Kurz vor dem Formel-1-Saisonstart sorgt ein Gerücht für Unruhe: Muss Mercedes 2026 mit einer Übergangsmischung antreten, weil der neue nachhaltige Sprit noch nicht final zertifiziert ist?
Kurz vor dem Saisonstart sorgt ein Gerücht im Fahrerlager von Bahrain für Alarmstimmung bei Mercedes-angetriebenen Teams. Angeblich kämpft Mercedes-Partner Petronas mit der Homologation des neuen nachhaltigen Sprits für die Formel-1-Saison 2026. Stehen Mercedes, McLaren, Williams und Alpine womöglich vor einem Problem?
Hintergrund ist das neue Reglement. Ab 2026 setzt die Formel 1 vollständig auf nachhaltige Kraftstoffe. Was politisch und ökologisch als Meilenstein verkauft wird, ist technisch ein Mammutprojekt. Die Homologation ist deutlich komplexer als früher. Bis 2025 reichte es, eine Probe an ein britisches FIA-Partnerlabor zu schicken. Zwei bis drei Wochen später war die Freigabe da.
Mercedes-Sprit noch nicht homologiert?
Jetzt läuft alles anders. Die FIA hat die Zertifizierung an das britische Unternehmen Zemo ausgelagert. Und das prüft nicht nur das Endprodukt, sondern die gesamte Lieferkette. Vom einzelnen Molekül bis zur Produktionsanlage wird alles kontrolliert. Mitarbeiter der Zertifizierungsstelle besuchen Werke vor Ort, inspizieren Prozesse und überprüfen Partnerunternehmen. Ein Kraftstoff bekommt nur dann grünes Licht, wenn jeder Schritt lückenlos dokumentiert ist.

Das macht das Verfahren aufwendiger und langsamer. Gerade im ersten Jahr des neuen Systems sind Verzögerungen nicht ausgeschlossen. Offizielle Statements gibt es von keiner Seite. Dass die acht Mercedes-befeuerten Autos in Melbourne gar nicht antreten können, gilt allerdings als ausgeschlossen.
Reglement lässt Hintertür
Doch was passiert, wenn die finale Mischung nicht rechtzeitig zertifiziert wird? Das Reglement lässt eine Hintertür offen. Sollte eine bestimmte Komponente noch nicht freigegeben sein, dürfen die Teams mit einer Übergangsmischung fahren – also einem Kraftstoff, der ausschließlich aus bereits homologierten Bestandteilen besteht. Eine Art „Not-Sprit“.
Ob Petronas im Ernstfall auf diese Lösung setzen würde, ist offen. Klar ist nur: Der neue nachhaltige Kraftstoff ist eine der tragenden Säulen des 2026er-Regelwerks. Die FIA will hier keine Grauzonen zulassen; zu groß ist die Bedeutung für Image und Glaubwürdigkeit der Königsklasse.
Für Mercedes und seine Kundenteams bedeutet das: Neben Motorleistung und Aerodynamik könnte auch der Sprit in dieser Saison eine Rolle spielen.
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