Der Motor-Zoff um Mercedes spitzt sich zu – jetzt liegt ein Kompromiss auf dem Tisch. Die FIA plant eine neue Messmethode, aber erst ab Sommer.
Im Zoff um den angeblichen Verdichtungstrick von Mercedes deutet sich eine Lösung an. Noch vor dem Saisonstart 2026 in Melbourne sollen die Motorenhersteller über einen Kompromiss abstimmen. F1-Insider.com erklärt, wie der Deal aussehen könnte.
Seit Wochen sorgt das V6-Aggregat aus Brixworth für Wirbel. Der Vorwurf: Mercedes soll die Verdichtung im Rennbetrieb auf bis zu 18:1 erhöhen können, während beim statischen FIA-Test unter normalen Außentemperaturen das Limit von 16:1 eingehalten wird. Ein cleverer Kniff, wenn er denn stimmt. Die Konkurrenz lief Sturm und drängte auf ein neues Messverfahren.
FIA sucht Kompromiss
Die FIA befand sich dabei in einer heiklen Position. Die Regelhüter sollen frühzeitig über das Konzept informiert gewesen sein. Eine kurzfristige Regeländerung vor Saisonbeginn hätte Fragen aufgeworfen und politischen Sprengstoff geliefert. Gleichzeitig will die Formel 1 vermeiden, dass ein Hersteller mit einem möglichen Motorenvorteil die neue Ära dominiert.

Die Lösung: ein Aufschub mit Ansage. Nach aktuellem Vorschlag darf Mercedes den Motor in der bisherigen Form bis zur Sommerpause einsetzen. Ab dem 1. August soll dann ein angepasstes Messverfahren greifen. Künftig wird die Kompression nicht nur bei normalen Umgebungstemperaturen geprüft, sondern zusätzlich bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius. So soll verhindert werden, dass sich die Verdichtung unter Rennbedingungen verändert.
Realistischer Zeitrahmen für Mercedes
Für Mercedes ist das ein realistischer Zeitrahmen. Jede Hardware-Anpassung am Hybrid-V6 erfordert umfangreiche Prüfstandsläufe. Eine sofortige Umrüstung bis Melbourne wäre kaum machbar gewesen.
Noch ist der Kompromiss nicht final. Die FIA hat ein sogenanntes E-Voting angestoßen, bei dem alle Motorenhersteller innerhalb von zehn Tagen abstimmen müssen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die nötige Mehrheit zustande kommt. Ein Protest-Drama beim ersten Rennen der neuen Reglement-Ära will niemand riskieren.
Spannend wird der Sommer. Sollte das neue Verfahren greifen, ließe sich relativ klar erkennen, wie groß der angebliche Vorteil wirklich war. Williams-Teamchef James Vowles sprach bereits von keinem „Game-Changer“. Ob das stimmt, wird sich spätestens nach der Sommerpause zeigen. Jedenfalls dann, wenn die anderen Hersteller dem Kompromiss zustimmen.
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