Max Verstappen nennt Mercedes als größten Rivalen und lässt Ferrari außen vor.
Noch bevor die Saison überhaupt begonnen hat, verteilt Max Verstappen die ersten verbalen Nadelstiche. Nach den Wintertests in Bahrain legt sich der Weltmeister fest, wo er die größte Gefahr sieht – und überrascht dabei. Denn nicht Ferrari, sondern alle Teams mit Mercedes-Motor stehen für ihn ganz oben auf der Rivalenliste.
Auslöser ist eine Aussage, die Ex-F1-Pilot David Coulthard öffentlich machte. In einem Gespräch habe Verstappen auf die Frage nach seinen Gegnern knapp geantwortet: „Jeder mit einem Mercedes-Motor.“ Ein Satz mit viel Sprengkraft, denn gleich vier Teams setzen 2026 auf die Power Units aus Brackley: Mercedes selbst, McLaren, Alpine und Williams.
Verstappen: Mercedes als Maßstab

Die Einschätzung passt zu den Eindrücken aus Bahrain. Die Mercedes-Motoren gelten als bärenstark. Gerüchte darüber, dass die Silberpfeile und ihre Kundenteams den Antrieb noch nicht voll aufgedreht haben, halten sich hartnäckig. Entsprechend rückt auch George Russell automatisch in den Kreis der Titelkandidaten.
Red Bull geht 2026 derweil erstmals mit einem eigenen Motorprojekt an den Start – in Kooperation mit dem US-Hersteller Ford. Dass der Weltmeister den Fokus öffentlich auf Mercedes legt, kann daher auch als taktischer Zug verstanden werden, um von der eigenen Stärke abzulenken und Erwartungen klein zu halten.
Wird Ferrari unterschätzt?
Auffällig ist vor allem, wer in Verstappens Aufzählung fehlt: Ferrari. Dabei hinterließ die Scuderia bei den Tests mit soliden Longruns und innovativer Technik im Heck einen guten Eindruck. Lewis Hamilton startet hochmotiviert in sein zweites Jahr in Rot.
Warum Verstappen das ignoriert, ist unklar: Entweder glaubt er tatsächlich an einen technischen Vorteil der Mercedes-Fraktion – oder es handelt sich um klassisches Psychospiel im Titelkampf.

Fest steht: Die Kräfteverhältnisse sind so offen wie lange nicht. Neben Red Bull und Mercedes zählen auch McLaren und Ferrari zu den Siegkandidaten für Siege.
Ein Faktor bleibt ohnehin konstant: Verstappen selbst. Der Niederländer hat in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass er auch mit unterlegenem Material Rennen entscheiden kann.
Genau deshalb könnte 2026 ein Mehrkampf werden, der erst spät entschieden wird. Und vielleicht ist Verstappens Mercedes-Warnung am Ende weniger Prognose als Auftakt zum nächsten großen Psychoduell der Formel 1.
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