Die Testfahrten sind vorbei und ein erstes Kräfteverhältnis zeichnet sich ab. Mercedes wirkt am komplettesten, Ferrari lauert, Red Bull muss nachlegen.
Die drei Testwochen sind vorbei, der Countdown zum Saisonstart läuft. Und wie jedes Jahr stellt sich die große Frage: Wer ist schnell, wer hinkt hinterher? Die Eindrücke von den Tests aus Bahrain liefern ein erstes Bild. F1-Insider ordnet das Feld nach den Wintertests ein.
Hinten: Aston Martin mit Alarmstart

Am schlechtesten kam Aston Martin F1 Team aus den Startlöchern. Technikprobleme mit dem neuen Getriebe und dem Honda-Antrieb, wenig Kilometer und Unsicherheiten beim Energiemanagement warfen das Team zurück. Fest steht: Es fehlt an Vorbereitung – aktuell die schwierigste Ausgangslage im Feld.
Neuling Cadillac F1 Team startet erwartungsgemäß im hinteren Bereich, hinterlässt aber einen ordentlichen Eindruck. Rund drei Sekunden Rückstand, ein solider Antrieb – und genug Potenzial, um etablierte Teams zu ärgern.
Auch Williams kämpft. Das Auto verpasste nach den durchgefallenen Crashtests den Shakedown in Barcelona, wirkt schwer, aerodynamisch limitiert und kam nie richtig ins Fenster. Viele Kilometer helfen der Zuverlässigkeit. Das Tempo fehlt dem ambitionierten britischen Traditionsteam.
Aufsteiger: Audi und Racing Bulls im Mittelfeld

Bei Audi gab es den größten Entwicklungssprung. Ein frühes Upgrade mit senkrechten Kühlöffnungen brachte Stabilität und bessere Long-Run-Pace. Fragezeichen bleiben beim Motor, doch der Sprung in den zweiten Qualifying-Abschnitt scheint nicht unrealistisch. Das haben nicht alle so erwartet. Die positive Überraschung der letzten Testwoche.
Die Racing Bulls liegt ebenfalls im Mittelfeld, wirken aber fahrerisch anspruchsvoller. Instabilität beim Bremsen und beim Energierückgewinnungs-Management drückten auf die Rundenzeit. Trotzdem: Aufwärtstrend erkennbar.
Mittelfeld-Spitze: Alpine und Haas überzeugen

Alpine hat nach dem radikalen Fokus auf 2026 geliefert. Solide Pace, gute Zuverlässigkeit und dank des Mercedes-Aggregats besteht sogar die Chance auf Q3.
Überraschend stark ist auch Haas in die neue Ära gestartet. Das Auto hat kaum sichtbare Schwächen, eine gute Balance, spulte viele Runden ab. Genau das kann in einem Umbruchjahr ein Vorteil sein.
Topteams: Red Bull nicht mehr klar vorn

Der Red Bull wirkt weiterhin schnell, vor allem mit Max Verstappen am Steuer. Der neue, eigene Motor in Kooperation mit Ford macht in Sachen Energiemanagement einen guten Eindruck. Doch die Rivalen holten im Laufe der Testfahrten auf.
Titelverteidiger McLaren fährt ebenfalls an der Spitze mit. Nach anfänglichen Problemen mit der Pace ist das Auto zuletzt konstanter geworden. Mit neuem Mercedes-Motor im Heck könnte in Australien der nächste Schritt folgen.
Vorne: Ferrari stark – Mercedes Favorit

Die Scuderia Ferrari beeindruckte mit Innovationen und Tempo. Besonders auffällig: starke Starts und deutliche Fortschritte bei der Fahrzeugbalance. Ferrari setzt auf einen kompakteren Turbo, der für besonders starke Beschleunigung aus langsamen Kurven sorgt und dem Auto vor allem beim Start einen spürbaren Vorteil verschafft. Über eine Renndistanz wirkt Ferrari jedoch knapp langsamer Mercedes.
Ganz vorne steht aktuell Mercedes. Die Silberpfeile haben keine spektakulären Rundenzeiten in den Asphalt gebrannt, aber enorme Konstanz an den Tag gelegt und viele Kilometer abgespult. Im Fahrerlager gilt Mercedes bereits als Favorit für Melbourne.
Fazit
Die Tests zeigen ein engeres Feld als erwartet. Mercedes startet mit dem komplettesten Paket, Ferrari ist dicht dran, McLaren und Red Bull lauern. Dahinter formiert sich ein starkes Mittelfeld – und Aston Martin steht unter Druck.
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