Indycar statt Formel 1: Mick Schumacher betritt in den USA Neuland. Saisonstart am 1. März.
Neue Rennserie, neue Autos, eine neue Welt – und gefühlt auch eine ganz andere Zeit. Mick Schumacher (26) startet am Sonntag, 1. März, in St. Petersburg (Florida) in sein neues IndyCar-Abenteuer in den USA (Sky überträgt ab 18 Uhr live – alle Infos gibt’s hier).
„Wenn man so will, fühlt es sich ein bisschen altmodisch an“, beschreibt der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher (57) nach seinen ersten Testeindrücken. „Ich mag dieses Gefühl. Das hat einen wirklich tollen Charme.“
Mick Schumacher im altmodischen Indycar
Was er mit altmodisch meint: Die Dallara-Rennwagen, angetrieben von 2,2-Liter-V6-Turbomotoren von Chevrolet und (wie im Fall von Schumi junior) Honda, die je nach Rennstrecke auf 550 bis 735 PS gedrosselt sind, haben keine Fahrhilfen, nicht mal eine Servolenkung.

Die Rennstrecken: wie früher auch in der Formel 1 mit Kiesbetten oder gar Mauern als Streckenbegrenzung. Gefahren werden 18 Rennen, sechs auf Rundstrecken wie in der Formel 1. Sechsmal sind die Piloten – wie beim Auftakt in St. Petersburg – auf Straßenkursen unterwegs, die aber anders als in der Formel 1 enger und vor allem holpriger sind.
Und sechsmal muss Mick Schumacher auch auf die für Europäer so ungewohnten Vollgas-Ovalstrecken, darunter für das legendäre Indy 500 am 24. Mai, das älteste noch ausgetragene Autorennen der Welt. Schumi jr. hat seinen ersten Ovaltest bereits absolviert.
Sein Fazit: „Beim ersten Einlenken in die Steilkurve war ich feige und musste die Bremse antippen, dabei wäre es fast voll gegangen.“ Er sagt aber auch: „Das macht wirklich Laune!“ Dass Ovale als besonders gefährlich gelten, macht ihm – anders als seinem Onkel Ralf – nichts aus: „Motorsport ist insgesamt gefährlich.“
Großes deutsches Vorbild für Mick Schumacher
Schumacher ist zwar schon der 20. Deutsche in der IndyCar, aber nur drei haben überhaupt mehr als zehn Rennen absolviert. Und nur Bernd Rosemeyer konnte ein IndyCar-Rennen gewinnen – 1937 in Westbury im Auto Union. Also mit demselben Rennwagen, mit dem er auch GP-Rennen bestritt.

Erst später trennten sich IndyCar und Formel 1 technisch voneinander. Beides sind aber bis heute Formel-Rennserien. „Mein Vater hat ja immer gesagt, dass die Schumachers immer schneller sind, wenn sie die Vorderreifen sehen können“, erzählt Mick Schumacher stolz.
Einfach wird es für ihn nicht. Sein Rahal-Letterman-Lanigan-Team war 2025 das schlechteste der zehn Teams, die auch 2026 an den Start gehen.
Schumis Gegner
Und: Erfahrung ist in der IndyCar extrem wichtig. Seine 24 Gegner kommen auf zusammengerechnet 2614 Rennen, 165 Siege und 14 Meisterschaften. Allein Scott Dixon (45) hat sechs Titel gewonnen. Unglaublich: Seit 2002 fährt er bereits für dasselbe Team (Ganassi). Das wäre so, als wäre Michael Schumacher bis ins Jahr 2020 für Ferrari gefahren! Und Dixons Teamkollege Alex Palou (28) gewann in den vergangenen fünf Jahren vier Titel.
Mick Schumacher trifft auch auf drei weitere Ex-Formel-1-Fahrer: Marcus Ericsson (Andretti-Honda), Alexander Rossi (Carpenter-Chevrolet) und Romain Grosjean (Dale-Coyne-Honda).
Der letzte Ex-Formel-1-Pilot, der auch den Titel holen konnte, war übrigens Alex Zanardi 1998. Er schaffte so 1999 den Sprung zurück in den GP-Sport wie danach auch Juan-Pablo Montoya (Meister 1999), Cristiano da Matta (2002) und Sébastien Bourdais (2004–2007). Im Hinterkopf schwirrt auch diese Möglichkeit bei Mick Schumacher noch mit.
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