Mick Schumacher startet in der IndyCar-Serie, doch sein Onkel Ralf bleibt skeptisch. Auch ein Formel-1-Comeback sieht der Sky-Experte nicht.
Am kommenden Wochenende beginnt für Mick Schumacher das Abenteuer IndyCar. Beim Saisonauftakt in St. Petersburg startet der Deutsche erstmals als Stammfahrer in der US-Topserie. Doch große Erwartungen bremst ausgerechnet sein engstes Umfeld.
„In den USA gibt es großartiges Racing, aber auf eine ganz andere Art und Weise, als wir das hier in Europa haben“, sagt sein Onkel Ralf Schumacher in einer Presserunde von Sky. „Bei aller Liebe stellt sich da für mich die Nutzen- und Risiko-Frage.“

Besonders die Ovalrennen bereiten dem ehemaligen Formel-1-Star nach wie vor Sorgen: „Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass die Rennen im Oval, bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 360 km/h, etwas gefährlicher sind als ein normales Formel-1-Rennen. Deshalb habe ich immer gesagt, dass ich den Schritt nicht verstehe und unnötig finde. Aber er ist alt genug und muss selbst wissen, was er tut.“
Mick Schumacher: Bewusste Entscheidung für Ovale
Ralf Schumacher verweist bei seiner Kritik auf Beispiele aus der Vergangenheit: „Ich habe es selbst nie probiert, kenne aber einige Fahrer, die es probiert haben. Ich habe auch mit Flavio Briatore darüber gesprochen. Der hat mir gesagt, dass er Fernando Alonso da nach einem Jahr wieder weggeholt hat. Nico Hülkenberg hat auch mal einen Test gemacht. Da muss man schon speziell für sein. Deshalb kann ich das nicht nachvollziehen, weil es auch andere Schwerpunkte im Leben gibt.“
Allein: Für Neffe Mick bietet die IndyCar auch eine Chance, sich wieder ins Visier der Formel 1 zu fahren. In der Sportwagen-WM fehlte ihm dafür die Sichtbarkeit, weil sich immer drei Fahrer ein Auto teilen.

Doch sein Onkel sieht auch mögliche Comeback-Träume deutlich nüchterner: „Es ist klar, dass die Tür zu ist“, schiebt er den Gedanken verbal einen Riegel vor. „Mit diesem Schritt sowieso, aber auch schon vorher, wenn man so lange raus ist. Es kommen ja auch immer neue Talente nach. Leonardo Fornaroli hat gerade die Meisterschaft in der Formel 2 gewonnen, vorher schon Formel 3. Der ist ein superstarker Mann. Der hätte auch eine Chance verdient, im Gegensatz zu manch anderem, der aktuell fährt.“
Am Talent seines Neffen zweifelt Ralf nicht. „Ich weiß, ich bin sein Onkel, aber aus meiner Sicht hätte Mick einen Platz in den Formel 1 verdient. Ob es dann zum siebenfachen Weltmeister gereicht hätte, darum geht es hier gar nicht. Wenn ich den ein oder anderen Fahrer sehe, da ist er definitiv besser. Diese Diskussion hatte ich übrigens vor wenigen Wochen auch mit Flavio.“
Schumacher kritisiert Haas-Teamchef Steiner
Gleichzeitig beschreibt er die Realität des Geschäfts: „Die Formel-1-Welt ist nun mal so. Man kommt rein und muss sofort performen. Da gibt es keine Ausreden. Im ersten Jahr gegen Mazepin, das war Okay. Im zweiten Jahr sah das in den ersten Rennen nicht so gut aus, muss man ehrlicherweise sagen. Da war er zu weit weg von Magnussen und dann kamen auch noch die Unfälle dazu.“

Auch die Führung beim damaligen Team Haas sieht Ralf Schumacher kritisch. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Mick mit einem anderen Teamchef heute noch in der Formel 1 wäre. Gerade wenn es so schwer ist, braucht ein junger Fahrer Unterstützung. Da braucht man keinen, der permanent über die Medien schreit. Das ist natürlich nicht hilfreich.“
Auch deshalb beginnt für Mick Schumacher nun ein neues Kapitel. Ob ihn das zurück in die Königsklasse führt, bleibt offen.
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