Historischer Moment für Audi: In Melbourne startet das Werksteam erstmals offiziell in der Formel 1.
Die Formel 1 startet 2026 eine neue Ära. Neue Motoren, neue Autos, neue Regeln – und mit Audi ist auch ein neuer deutscher Hersteller an Bord! Beim Saisonauftakt in Melbourne startet das Formel-1-Projekt der Ingolstädter erstmals offiziell als Werksteam. Nach Jahren der Vorbereitung wird es am Wochenende im Albert Park also ernst.
Hinter dem Projekt liegen intensive Monate. In den Werken in Hinwil (Schweiz) und Neuburg an der Donau wurde der erste Audi-Formel-1-Rennwagen mit eigener Power Unit entwickelt.

Teamchef Jonathan Wheatley spricht deshalb von einem besonderen Moment: „Melbourne markiert den Höhepunkt eines enormen gemeinsamen Kraftakts. Wir haben ein neues Team aufgebaut, das erste Audi-Formel-1-Auto mit eigenem Antrieb entwickelt und eines der umfangreichsten Testprogramme der letzten Jahre absolviert.“
Trotzdem schraubt er die Erwartungen herunter: „Es gibt viel Stolz auf das, was wir bisher erreicht haben. Gleichzeitig wissen wir, wie groß die Herausforderung ist. Das ist der Beginn einer langen Reise.“
Hülkenberg spürt Aufbruchsstimmung
Im Cockpit des Silberpfeils mit den vier Ringen sitzt mit Nico Hülkenberg der einzige deutsche Stammfahrer im Feld. Für ihn ist Melbourne der Startpunkt eines Projekts, das er bereits seit letztem Jahr als Sauber-Stammfahrer begleitet. „Es ist unglaublich spannend, nach Melbourne zum ersten Rennen einer komplett neuen Ära zu reisen und gleichzeitig zum Debüt des Audi-Teams“, sagt der Emmericher.

Die Stimmung im Team beschreibt er als elektrisierend: „Man spürt den Buzz überall; im Team und auch in den Fabriken in Hinwil und Neuburg.“ Gleichzeitig versucht auch er den Ball flach zu halten. „Natürlich will man immer einen guten Saisonstart hinlegen, idealerweise in die Punkte fahren. Aber ich glaube, wir müssen einfach fokussiert arbeiten, die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.“ Hinter den Kulissen sei enorm viel Arbeit passiert. Diese gelte es jetzt auf der Strecke umzusetzen.
Die Strecke im Albert Park gilt traditionell als unberechenbar. Der Kurs führt größtenteils über öffentliche Straßen und verzeiht kaum Fehler. Der Deutsche: „Der Albert Park ist eine besondere Strecke, fast wie ein Stadtkurs. Ich bin mir nicht sicher, ob sie das volle Potenzial aller Teams zeigen wird – gleichzeitig können hier schnell chaotische Rennen entstehen.“
Gerade für ein neues Team kann das auch eine Chance sein, glaubt zumindest der zweite Pilot Gabriel Bortoleto: „Der Start in eine neue Saison fühlt sich immer großartig an. Aber dieser ist für uns natürlich besonders, weil wir unsere Reise als Audi-Team beginnen.“
Audi-Teamchef warmt vor Euphorie
Die Testfahrten hätten geholfen, das neue Auto unter den neuen Regeln zu verstehen: „Wir haben viele Kilometer gesammelt und unser Programm gut abgearbeitet. Aber jetzt zählt es erst richtig.“
Audi will in Melbourne nicht nur auf der Strecke Präsenz zeigen. In der Stadt plant das Team zahlreiche Aktivitäten rund um den Saisonauftakt, unter anderem am Yarra River.
Trotz aller Euphorie bleibt man teamintern aber realistisch. Der Einstieg in die Königsklasse sei ein langfristiges Projekt. Das erste Ziel: Erfahrung sammeln, Prozesse verbessern und das Team Schritt für Schritt entwickeln.
Oder wie Teamchef Wheatley es formuliert: „Unser Fokus liegt darauf, die Fähigkeiten des Teams aufzubauen und ein sauberes Rennwochenende abzuliefern.“
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