Formel 1

Audi-Alarm in der Formel 1: Wird der Motor zum Problem?

Formel 1 Nico Hülkenberg Audi Bahrain Test 2026
Nico Hülkenberg. Credit: Audi
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Der Start von Audi in die Formel-1-Saison 2026 läuft holprig. Nach zwei Rennen rückt vor allem ein Bauteil in den Fokus: der Antrieb

Zwei Starts, zweimal nur ein Audi im Grid: Noch stottert der Audi-Motor in der Formel 1 – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes …

Nach Nico Hülkenbergs Aus schon vor dem Start zum GP von Australien erwischte es in China den Titan-Pfeil von Gabriel Bortoleto. Auch wenn die Ingolstädter im Vorfeld die Erwartungen offensiv heruntergeschraubt hatten, ist der doppelte Grid-K.o. eine herbe Enttäuschung für das Team mit den vier Ringen.

„Dass wir zum zweiten Mal nur mit einem Auto starten konnten, ist sehr frustrierend“, räumt Teamchef Jonathan Wheatley ein und fordert: „Wir müssen uns jetzt wirklich auf die Zuverlässigkeit konzentrieren.“

Audi lässt Punkte liegen

Zusätzlich bitter: In China wäre nicht nur wegen des Bortoleto-Defekts mehr drin gewesen als Rang elf. Nico Hülkenberg kämpfte lange um die Top Ten, verlor aber durch ein Problem beim Boxenstopp wertvolle Zeit.

„Ohne das Problem mit dem Schlagschrauber hätte Nico sehr wahrscheinlich Punkte geholt“, erklärt Wheatley. „Dann denkt man natürlich sofort: Wenn beide Autos im Rennen gewesen wären, hätten vielleicht beide in die Punkte fahren können.“

Formel 1 Nico Hülkenberg Audi China 2026
Jonathan Wheatley. Credit: Audi

Ganz unrealistisch ist diese Rechnung nicht. Williams-Pilot Carlos Sainz fuhr von Startplatz 17 noch auf Rang neun. Bortoleto war ursprünglich von Position 16 ins Rennen gegangen.

Doch für Audi war das Shanghai-Wochenende mehr als nur Pech. Der Kurs habe schonungslos gezeigt, wo das neue Projekt noch Probleme hat. „Shanghai hat unsere Schwächen in mehreren Bereichen deutlich offengelegt“, betont Wheatley.

Im Fokus steht vor allem der komplexe Hybridantrieb. Gerade im Rennbetrieb scheint der Audi noch nicht stabil genug zu funktionieren. Wheatley erklärt: „Nico hatte ein paar Situationen, aus denen er nicht so einfach herauskam, weil man erst den Antrieb wieder ins Betriebsfenster bringen muss. Im Prinzip geht es darum, wie der Antrieb in solchen Situationen reagiert.“

Motor rückt plötzlich in den Fokus

Damit verschiebt sich die Aufmerksamkeit intern zunehmend von der Chassisfabrik in Hinwil zur Motorenschmiede in Neuburg an der Donau. Wird dort der neue Antrieb etwa zu Audis größtem Sorgenkind?

„Unsere Analyse hat ergeben, dass der Antrieb im nächsten Entwicklungszyklus ein Kernbereich sein wird“, betont Wheatley. „Wir glauben, dass wir dort noch etwas tun können.“

Deshalb gibt der Brite den Staffelstab nun weiter an seinen Kollegen in der Führungsriege des Formel-1-Projekts. „Ich habe lange mit Mattia Binotto darüber gesprochen“, bestätigt er. Hintergrund: Der Italiener verantwortet als Audi-F1-Projektleiter vor allem die Entwicklung der Antriebseinheiten und gilt spätestens seit seiner Ferrari-Zeit als ausgewiesener Motor-Experte.

Für Audi steht damit früh in der Saison eine entscheidende Frage im Raum: Wird der Antrieb zum Schlüssel für den Anschluss an die Spitze – oder zum ersten großen Problem des neuen Formel-1-Projekts?

Formel 1 China Grand Prix 2026
Rennen, Ergebnis

PositionFahrerTeamZeitAbstandBox
1A. AntonelliMercedes01:35.2751
2G. RussellMercedes01:35.40000:05.5151
3L. HamiltonFerrari01:36.09200:25.2671
4C. LeclercFerrari01:36.01100:28.8941
5O. BearmanHaas01:36.42900:57.2681
6P. GaslyAlpine01:36.50500:59.6471
7L. LawsonRacing Bulls01:37.09601:20.5881
8I. HadjarRed Bull01:37.31101:27.2472
9C. SainzWilliams01:37.981+1 Rnd.1
10F. ColapintoAlpine01:36.783+1 Rnd.1
11N. HülkenbergAudi01:36.180+1 Rnd.1
12A. LindbladRacing Bulls01:36.099+1 Rnd.1
13V. BottasCadillac01:38.393+1 Rnd.1
14E. OconHaas01:35.964+1 Rnd.2
15S. PerezCadillac01:38.523+1 Rnd.1
16M. VerstappenRed Bull01:37.046+11 Rnd.1
17F. AlonsoAston Martin01:39.721+24 Rnd.1
18L. StrollAston Martin01:40.883+47 Rnd.0
19O. PiastriMcLaren0
20L. NorrisMcLaren0
21G. BortoletoAudi0
22A. AlbonWilliams0

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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