Wer ein günstiges und geräumiges SUV sucht, landet bislang schnell bei Dacia. Doch jetzt bekommt Renault-Ableger heftigen Gegenwind aus Fernost. Great Wall Motors schickt den Haval Jolion Pro ins Rennen. Wir haben den kompakten Preisbrecher mit 177 PS getestet.
Der Fuß drückt das Fahrpedal, der 1,5-Liter-Turbobenziner holt tief Luft – und schickt dann 270 Newtonmeter auf die Vorderräder. Die Reifen pfeifen kurz durch, bevor das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe den 4,47 Meter langen Koloss nach vorn peitscht.
In flinken 7,9 Sekunden zeigt das digitale Display Landstraßentempo. Schluss ist erst bei 190 km/h. Von wegen müder Sparfuchs – der Haval Jolion Pro schwimmt gegen den Strom der Elektrifizierung und liefert unter der Haube mit einem klassischen Verbrenner ordentlich ab.
Gefälliges Design

Optisch verzichtet der Chinese auf futuristische Experimente. Ein klassischer Kühlergrill, freundlich geformte LED-Scheinwerfer und robuste Kunststoff-Beplankungen sorgen stattdessen für einen bodenständigen SUV-Look. Im Innenraum wartet dagegen eine echte Überraschung: weich unterschäumte Flächen und schicke Dekore im direkten Sichtbereich.
Das absolute Highlight in modernen Zeiten? Die Entwickler haben echte Tasten verbaut! Klimaanlage, Außenspiegel und Lenkradfunktionen lassen sich über physische Knöpfe bedienen – ein echter Pluspunkt. Das Infotainment läuft über einen 10,25 Zoll großen zentralen Bildschirm, während der Fahrer auf ein sieben Zoll großes Digital-Instrument blickt.
Volle Hütte schon im Basismodell

Wo andere Hersteller saftige Aufpreise verlangen, fährt der Fünfsitzer schon ab Werk groß auf: Kabelloses Apple CarPlay, Sitzheizung, Klimaautomatik, ein elektrisch einstellbarer Fahrersitz und sogar ein elektrisches Glas-Schiebedach sind bereits im Basismodell serienmäßig an Bord.
Der Kofferraum schluckt mit 381 bis 952 Litern problemlos das Familien-Gepäck. Wer die Topversion wählt, bekommt noch Luxus-Features wie klimatisierte Polster auf der Fahrerseite, induktives Smartphone-Laden und einen Spurwechselassistenten obendrauf.
Kampfansage an die Konkurrenz
Zwar verrät die gefühllose Lenkung wenig über den Straßenbelag und das recht straffe Fahrwerk lässt ein wenig europäische Abstimmungsarbeit vermissen – doch genau da will der Haval gar nicht hin. Er zielt gnadenlos auf preissensible Käufer. Mit einem Basispreis von 24.990 Euro ist der Jolion Pro eine echte Kampfansage im C-Segment.
Zum Marktstart winken für Frühbucher sogar noch 2.200 Euro Bonus, womit der Einstiegspreis unter 23.000 Euro liegt. Lediglich bei der Farbwahl langt der deutsche Importeur etwas unpassend zu: Weiß ist gratis, für Schwarz, Silbergrau oder Hellblau werden jeweils 750 Euro extra fällig.
Fazit
Wer viel Auto für wenig Geld sucht, sollte den Haval Jolion Pro von Great Wall Motors als hochinteressante Alternative zumindest einmal Probe fahren. Er bietet für einen moderaten Aufpreis gegenüber der Dacia-Konkurrenz nicht nur ein größeres Auto und einen stärkeren Motor, sondern auch eine deutlich üppigere Ausstattung. Dass der namhafte Importeur Emil Frey hinter der Marke steht und fette fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung gewährt, senkt Folgerisiken für das Schnäppchen aus Fernost.
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