Mick Schumacher ist derzeit Letzter in der Indycar: Deshalb will sein Team nichts unversucht lassen und holt einen neuen Renningenieur. Vorschau auf das Rennen in Alabama.
Mick Schumacher gibt unverhohlen zu: „Ich dachte, ich sei vorbereitet. Aber das bin ich nicht.“ Der Umstieg in die IndyCar-Serie verläuft auf den ersten Blick nicht besonders erfolgreich für den Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher: drei Rennen gefahren, Letzter in der Gesamtwertung. An diesem Wochenende steht Lauf vier in Alabama auf dem Programm (Sonntag, 19.15 Uhr live bei Sky).
Man muss dem 27-Jährigen zugutehalten, dass er in einem Team fährt, das derzeit nur auf Rang neun von zehn Teams in der IndyCar-Tabelle liegt. 2025 war es sogar nur Zehnter. Außerdem kennt Schumacher – anders als die beiden anderen Rookies Dennis Hauger und Caio Collet – den amerikanischen Formelsport nicht aus der Nachwuchsserie IndyNXT. Heißt: Die Voraussetzungen sind schwierig.

Hinzu kommen viele weitere Details, wie Schumacher selbst ausführt. Vor allem die Kommunikation mit den Ingenieuren beschreibt der Deutsche als große Herausforderung. Er ist aus Europa Einheiten wie Kilometer und Grad Celsius gewohnt – nicht Fahrenheit und Meilen wie in der IndyCar.
Mick Schumacher kämpft mit Maßeinheiten
Gerade bei der Zusammenarbeit mit den Technikern will Rahal Letterman Lanigan nichts unversucht lassen. Bisher war Mike Pawlowski Schumachers Renningenieur. Die Mannschaft von Bobby Rahal hatte ihn eigens für Schumacher von McLaren abgeworben. Dort war er in den vergangenen beiden Jahren für den Indy-500-Einsatz von NASCAR-Star Kyle Larson verantwortlich.
Pawlowski gilt als ausgewiesener Ovalstrecken-Experte. Platz vier im Qualifying von Phoenix – und das, obwohl Schumacher als Erster auf die Strecke musste und damit die schlechtesten Bedingungen hatte – unterstreicht das.
Auf den Straßen- und Rundkursen, die Schumacher aus der Formel 2, der Formel 1 und der Sportwagen-WM kennt, läuft es dagegen bislang nicht rund.

Deshalb bleibt Pawlowski zwar Teil von Schumachers Ingenieursteam, wird aber als Renningenieur abgelöst. Neuer Mann an seiner Seite ist Eddie Jones. Er gilt als erfahrener Veteran im Rennstall von Bobby Rahal. 2015 führte er Graham Rahal als Ingenieur zu Rang fünf in der Meisterschaft, 2020 Takuma Sato zum Sieg beim legendären Indy 500. Jetzt soll er Schumacher besser auf den bis zu 750 PS starken Dallara-Honda vorbereiten.
Nur Übergangslösung für Schumacher
Die Lösung ist allerdings nur temporär angelegt. Der Einsatz von Jones ist auf die kommenden drei Rennen begrenzt – beginnend mit dem Wochenende in Alabama (Rennstart am Sonntag um 19:15 Uhr live auf Sky). Beim Indy 500 wird Jones wieder am Auto von Takuma Sato arbeiten, der inzwischen als vierter Fahrer des Teams für das Rennen bestätigt ist.
Der 49-Jährige, der einst gegen Michael Schumacher in der Formel 1 gefahren ist, peilt bei seinem 17. Indy-500-Start seinen dritten Sieg an. Im vergangenen Jahr startete er von Platz zwei und wurde Neunter.
Gut möglich, dass Pawlowski beim Indy 500 wieder an der Seite von Mick Schumacher steht – schließlich gilt er als ausgewiesener Oval-Spezialist.
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