Formel 1 verliert Zuschauer! In Deutschland minus 21 Prozent, in Spanien sogar fast halbiert. Ist das schon ein Warnsignal für die Königsklasse?
Die Formel 1 verliert Zuschauer und das spürbar. Nicht nur in Spanien, sondern auch in Deutschland zeigen die Zahlen nach dem Japan-GP klar nach unten. Laut Daten von DAZN ist die Reichweite in Spanien im Vergleich zum Vorjahr um satte 49 Prozent eingebrochen. Fast die Hälfte der Zuschauer ist weg.
Der Blick nach Deutschland zeigt: Das Problem ist größer als nur ein lokaler Effekt. Hierzulande verliert die Formel 1 ebenfalls an Zugkraft. Wie digitalfernsehen.de berichtet, schalteten beim Japan-GP nur noch rund 300.000 Zuschauer ein. Im Vorjahr waren es noch 381.000. Das entspricht einem Rückgang von rund 21 Prozent.

Noch deutlicher wird es im Vergleich zum China-Rennen: Dort saßen etwa doppelt so viele Fans vor den Bildschirmen. Japan verliert also nicht nur im Jahresvergleich, sondern auch im direkten Saisonvergleich massiv.
Formel 1: Spanien verliert halbe Zuschauerschaft
In Spanien wird die Schuld schnell verteilt. Kommentator Antonio Lobato sieht die Ursache vor allem bei den schwachen Leistungen Aston Martin und Williams, den Teams der Spanier Fernando Alonso und Carlos Sainz. Beide kämpfen aktuell mit ihren Teams am hinteren Ende des Feldes und spielen sportlich kaum eine Rolle.
„Ich bin überzeugt, dass der Rückgang nichts mit dem Reglement zu tun hat“, sagt Lobato gegenüber SoyMotor. „Fernando und Carlos haben schlicht keine Chance, etwas zu zeigen.“ Allerdings sind Alonso und Sainz in Japan vergangene Saison auch nicht vorn mitgefahren, qualifizierten sich auf den Plätzen zwölf und 13, verpassten am Ende beide die Punkteränge. Das erklärt nicht den massiven Zuschauerzahleneinbruch von 124.000 auf 63.000.
In Deutschland sacken die Zahlen, wenn auch nicht in dem Maße, zum GP Japan ebenfalls ein. Und das trotz eines dominanten Teams mit deutscher Herkunft und einem neuen Audi-Teams, das mit einem deutschen Piloten um die Punkteränge mitfährt.

Auch äußere Faktoren liefern keine überzeugende Erklärung. Die Startzeit des Japan-GP lag nur eine Stunde früher als jene zum Rennen in China. Zwar wurde in der Nacht zuvor auf Sommerzeit umgestellt, doch auch der Fakt dient nicht als Erklärung für einen Einschnitt in dieser Größenordnung.
Kritik am neuen Reglement
Vielmehr passt der Trend zu dem, was sich aktuell auf der Strecke zeigt: eine Formel 1, die viele Fans zunehmend kritischer sehen. Diskussionen um Batteriemanagement, „Super-Clipping“ und weniger Racing am Limit reißen nicht ab.
In einer Umfrage von F1-Insider.com wünschen sich 73 Prozent der User eine sofortige Änderung des Reglements, 20 Prozent finden die neue Formel 1 „okay“ und nur sieben Prozent finden Gefallen an der Rennserie mit nun etwa 50 Prozent Elektroanteil im Antriebsverhältnis. Auch unter den Fahrern herrscht große Unzufriedenheit. Immer mehr Piloten erheben ihre Stimme.

Die Zahlen aus Spanien und Deutschland sind deshalb mehr als nur ein Ausreißer. Sie sind ein klares Warnsignal. Wenn gleich mehrere Märkte gleichzeitig Zuschauer verlieren, liegt das Problem selten nur an einzelnen Fahrern oder Teams. Dann geht es ums Produkt selbst.
Die fünfwöchige Pause nutzen Formel 1, FIA und Hersteller, um die ersten drei Rennen genau zu evaluieren und gegebenenfalls an verschiedenen Stellschrauben zu drehen, um das „bestmögliche Ergebnis für den Sport zu erzielen“, wie der Automobilweltverband mitteilt.
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