Eigentlich wollte McLaren in Kanada Mercedes angreifen. Stattdessen verzockt sich das Papaya-Team schon vor dem Start komplett bei der Reifenwahl.
Dieses Rennen dürfte McLaren am liebsten ganz schnell vergessen wollen…
Während Mercedes und Ferrari in Montreal um den Sieg kämpfen, verzockt sich das britische Traditionsteam mit einer völlig falschen Reifenentscheidung.
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Schon beim Blick auf die Startaufstellung reiben sich viele im Fahrerlager verwundert die Augen. Während fast das komplette Feld auf Slicks steht, rollen die beiden McLaren plötzlich auf Intermediates an den Start.
Das Problem: Die Strecke ist zu diesem Zeitpunkt fast trocken.
Norris schnappt sich kurz die Führung
Als die Reifenwärmer kurz vor Rennbeginn entfernt werden, wird das ganze Ausmaß des Fehlers sichtbar. Unter den Papaya-Autos kommen tatsächlich Regenreifen zum Vorschein, obwohl der leichte Nieselregen zu diesem Zeitpunkt bereits wieder aufgehört hat.
Zwar erwischt Lando Norris zunächst einen Traumstart und schießt sogar an den beiden Mercedes von George Russell und Kimi Antonelli vorbei. Doch die Freude hält nur wenige Kurven.

Noch bevor die Silberpfeile zurückschlagen können, biegt Norris bereits an die Box ab. Die Intermediates sind nach wenigen Kilometern komplett zerstört. Teamkollege Oscar Piastri stoppt sogar schon eine Runde früher.
Statt um den Sieg kämpfen beide plötzlich nur noch im hinteren Mittelfeld.
Piastri crasht, Norris fällt aus
Danach wird der Kanada-GP für McLaren endgültig zum Albtraum. Piastri kracht bei seiner Aufholjagd in der Haarnadel in den Williams Racing von Alex Albon, zerstört sich den Frontflügel und kassiert zusätzlich noch eine Zehn-Sekunden-Strafe.
Norris erwischt es wenig später ebenfalls. Erst muss der Weltmeister wegen verschmutzter Kühler ein weiteres Mal an die Box, später streikt auch noch das Getriebe. In Runde 40 stellt der Brite seinen McLaren endgültig ab.
Warum setzte McLaren überhaupt auf Intermediates?
Die große Frage nach dem Rennen lautet deshalb: Wie konnte McLaren überhaupt auf die Idee kommen, bei fast trockener Strecke mit Intermediates zu starten?
Die Erklärung liefert das typisch launische Montreal-Wetter. Genau zum Zeitpunkt der Reifenentscheidung zieht der Regen kurzzeitig etwas stärker an. Wäre der Niederschlag geblieben, hätte McLaren mit der weicheren Mischung sogar einen Vorteil gehabt.

Doch kurz nach der Reifen-Deadline hört der Regen plötzlich wieder komplett auf.
„Fünf Minuten vor dem Start haben wir uns für die Intermediates entschieden. Da war die Strecke leicht schmierig und es regnete noch“, verteidigt Teamchef Andrea Stella später die Entscheidung. „Leider hat der Regen dann aufgehört und die Strecke ist schnell wieder abgetrocknet.“
Auch Audi verzockt sich
Immerhin: Ganz allein steht McLaren mit dem Reifen-Patzer allerdings nicht da. Auch Audi, Cadillac sowie Carlos Sainz setzen zunächst auf Intermediates.
Der Unterschied: Die anderen Teams starten ohnehin weiter hinten und pokern bewusst. McLaren dagegen wirft mit der Fehlentscheidung realistische Siegchancen weg.
Selbst Nico Hülkenberg nimmt sein Team anschließend noch in Schutz: „Mit den Informationen, die wir zu diesem Zeitpunkt hatten, schien es einen Versuch wert zu sein.“
Für McLaren bleibt Montreal trotzdem ein Wochenende zum Vergessen.
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