George Russell holte in Spielberg die Pole Position – trotz gelber Flaggen auf seiner entscheidenden Runde. Warum die FIA den Mercedes-Piloten nicht bestrafte.
George Russell hat sich in Spielberg die Pole Position gesichert – obwohl auf seiner schnellsten Runde gelbe Flaggen geschwenkt wurden. Viele Fans fragten sich sofort: Hätte die Runde nicht gestrichen werden müssen?
Die Antwort lautet: Nein. Denn der Mercedes-Pilot hat nach Ansicht der Rennkommissare korrekt reagiert.
Auslöser für die Untersuchung war der heftige Crash von Max Verstappen in der Schlussphase des Qualifyings. Der Red-Bull-Star schlug in der vorletzten Kurve ein – genau in dem Streckenabschnitt, den Russell kurz darauf passierte.
Russell verliert zweieinhalb Zehntel
Der Brite nahm allerdings nachweislich Tempo heraus. „Ich habe die gelbe Flagge gesehen und bin in der Kurve stark vom Gas gegangen“, erklärte Russell anschließend.

Nach eigenen Angaben verlor er dort rund zweieinhalb Zehntelsekunden. „Ich bin mit fünf Zehnteln Vorsprung hineingefahren und mit zweieinhalb Zehnteln Vorsprung wieder herausgekommen“, schildert der Mercedes-Pilot.
Das Sportliche Reglement der Formel 1 ist in diesem Punkt eindeutig: Bei einer einfachen gelben Flagge muss ein Fahrer seine Geschwindigkeit reduzieren und jederzeit bereit sein, die Richtung zu ändern oder anzuhalten.
Genau das konnte Russell laut FIA nachweisen. Die Telemetriedaten zeigten klar, dass er vom Gas gegangen war. Deshalb blieb seine Bestzeit bestehen.
Unterschied zu Antonelli
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestätigt das und verrät, Russell sei rund 100 Meter lang vom Gas gegangen. „Es war trotzdem eine unglaubliche Runde“, lobt Wolff.

Interessant: Teamkollege Kimi Antonelli reagierte deutlich vorsichtiger und brach seine Runde sofort ab. Grund: Bei ihm wurde bereits doppelt Gelb geschwenkt.
Und genau das ist der Knackpunkt: Bei Doppelgelb hätte Russell seine Runde ebenfalls abbrechen müssen. Weil aber nur einfach Gelb gezeigt wurde und er ausreichend verlangsamte, durfte er seine Pole behalten.
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