George Russell reist zwar als WM-Zweiter zum Österreich-GP nach Spielberg, die Diskussionen um seine Form reißen nach dem Spanien-GP aber nicht ab.
Zwar profitierte Russell in Barcelona vom späten Technik-Aus seines Teamkollegen und verkürzte den Rückstand in der WM. Doch unmittelbar vor Antonellis Defekt hatte der Italiener seinen Mercedes-Teamkollegen mit einem entschlossenen Manöver überholt und einmal mehr unterstrichen, wer aktuell den Ton bei den Silberpfeilen angibt.
Für Villeneuve ein weiterer Rückschlag für Russell. Der Weltmeister von 1997 sagt bei Sky UK: „Russell hat sich nicht besonders gut verteidigt. Er hat zu lange gezögert und die Tür offen gelassen. Er sah nicht wie ein Fahrer aus, der um die WM kämpft. Es wirkte eher so, als hätte er den Kampf gegen seinen Teamkollegen bereits verloren.“
Villeneuve geht hart mit Russell ins Gericht
Auch insgesamt zeigt sich der Kanadier von Russells Rennleistung enttäuscht. „Im Qualifying hatte er Kimi noch im Griff. Aber im Rennen fehlte ihm die Pace. Es ging nur noch nach hinten und er hat den Druck gespürt. Das war sehr enttäuschend“, urteilt Villeneuve.

Russell selbst hatte nach dem Rennen eingeräumt, vor allem auf den harten Reifen große Probleme gehabt zu haben. Für Villeneuve wiegt die Niederlage gegen Antonelli dennoch besonders schwer, weil die Charakteristik des Circuit de Barcelona-Catalunya eigentlich eher dem Briten entgegenkommen sollte.
Unterschiedliche Fahrstile bei Mercedes
„Wir sehen bei Mercedes zwei sehr unterschiedliche Fahrstile“, erklärt Villeneuve. „Auf Strecken mit langen, flüssigen Kurven ist George normalerweise stärker. Kimi liegt dagegen harte Bremszonen und aggressives Herausbeschleunigen besser.“
Gerade in Barcelona hätte Russell deshalb im Vorteil sein müssen. Stattdessen war erneut Antonelli der schnellere Mann im Rennen.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestätigte zuletzt die unterschiedlichen Ansätze seiner Fahrer: „Kimi verlässt sich stark auf die Bremse und wirft das Auto aggressiv in die Kurve. George fährt weicher“, sagt der Österreicher.
Wolff betonte allerdings auch, dass beide Piloten in der Lage seien, ihren Fahrstil an unterschiedliche Strecken anzupassen. In Spielberg wird Russell nun die nächste Gelegenheit haben, die Kritik auf der Strecke zu beantworten. (fh)
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