Formel 1

Ferrari bremst wichtige Formel-1-Revolution aus

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Japan 2026
Charles Leclerc. Credit: Peter Fox/Getty Images
Bianca Garloff
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Die Formel 1 wollte ihre neuen Motoren-Regeln eigentlich schnell entschärfen. Doch plötzlich wächst der Widerstand – offenbar vor allem bei Ferrari und Audi.

Die Formel 1 wollte ab 2027 eigentlich einen großen Schritt zurück in Richtung besserem Racing machen. Im Fokus: Das Batteriemanagement, dem wieder Einhalt geboten werden sollte. Doch genau diese Pläne geraten jetzt ins Wanken – und mittendrin steht offenbar Ferrari.

Hinter den Kulissen laufen derzeit intensive Gespräche zwischen FIA, Formel 1 und den Motorenherstellern. Beim Kanada-GP in Montreal soll es nun zum großen Krisengipfel kommen.

Ferrari fürchtet Nachteile gegen Mercedes

Eigentlich gab es zuletzt breite Zustimmung für eine wichtige Änderung der neuen Motoren-Regeln. Statt der aktuellen 50:50-Aufteilung zwischen Elektro- und Verbrennerleistung soll das Verhältnis ab 2027 eher bei 60:40 liegen. Bedeutet: mehr klassische Motor-Power und weniger extreme Energierückgewinnung, wie sie in der aktuellen Saison Fans und Fahrer gleichermaßen verärgert.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Japan 2026
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Doch laut „The Race“ gibt es inzwischen heftigen Widerstand gegen die schnelle Einführung der Änderungen. Vor allem Ferrari soll den Plänen skeptisch gegenüberstehen. Hintergrund: Die Italiener hoffen offenbar darauf, über die spezielle Aufhol-Regelung namens „ADUO“ nachrüsten zu dürfen und so näher an Mercedes heranzukommen.

Das Problem: Sobald die Regeln jetzt noch einmal angepasst werden, könnten genau diese sogenannten ADUO-Vorteile teilweise wegfallen. Ferrari fürchtet deshalb offenbar, eine wichtige Chance im Entwicklungsrennen zu verlieren.

Audi bremst ebenfalls

Allein: Nicht nur Ferrari stellt sich quer. Auch Audi gilt mittlerweile als Bremsklotz beim schnellen Umbau des Antriebs-Reglements. Dort verweist man vor allem auf die enormen Zusatzkosten. Laut Bericht könnten neue Entwicklungen für die Motoren schnell mehr als zehn Millionen Dollar verschlingen.

Gerade Audi steckt als Neueinsteiger ohnehin mitten in der Entwicklung des komplett neuen Formel-1-Antriebs und will offenbar keine zusätzliche Großbaustelle eröffnen.

Verstappen macht Druck

Bei den Fahrern kommt die geplante Änderung dagegen deutlich besser an. Besonders Max Verstappen hatte zuletzt klargemacht, dass die neue 60:40-Lösung für ihn wichtig sei, um der Königsklasse langfristig treu zu bleiben.

Auch Carlos Sainz fordert schnelle Entscheidungen und warnt davor, die Politik der Hersteller über das Wohl der Formel 1 zu stellen.

Fest steht aktuell nur: Die Situation ist komplizierter geworden als zunächst gedacht. Für größere Regeländerungen braucht die Formel 1 die Zustimmung von vier der sechs Motorenhersteller. Genau diese Mehrheit scheint aktuell aber gefährdet zu sein.

Deshalb dürften die Gespräche in Montreal jetzt entscheidend werden. Denn die Formel 1 steht plötzlich vor einem Problem: Eigentlich wollte man die neuen Regeln verbessern. Stattdessen droht jetzt ein politischer Machtkampf zwischen Ferrari, Mercedes, Audi und Red Bull.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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