Nach mehreren spektakulären Ausfällen reagiert Mercedes: Beim Österreich-GP kommt erstmals ein neues Batterie-Update zum Einsatz.
Mercedes zieht nach den jüngsten Ausfällen die Reißleine. Nach einer Serie von Defekten an der Hybrid-Batterie bringt der Hersteller bereits beim Österreich-GP ein erstes großes Zuverlässigkeits-Update an den Start.
Vor allem die spektakulären Ausfälle von George Russell in Kanada und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli in Barcelona hatten bei den Silberpfeilen die Alarmglocken schrillen lassen. Beide Mercedes-Piloten lagen aussichtsreich im Rennen, ehe Probleme mit dem Energiespeicher ihrer Hybrid-Antriebe alle Hoffnungen zunichtemachten.
Antonelli bestätigt neues Batterie-Update
Am Donnerstag in Spielberg machte Antonelli erstmals öffentlich, dass Mercedes bereits nachgebessert hat. „Dieses Wochenende haben wir ein neues ERS-Pack mit Updates, das die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit des Pakets verbessern soll“, erklärte der Italiener.

Genau dieser Energiespeicher hatte Mercedes in den ersten sieben Saisonrennen immer wieder Kopfzerbrechen bereitet. Nicht nur das Werksteam war betroffen. Auch die Kundenteams McLaren und Williams kämpften mehrfach mit Problemen an den neuen Antriebseinheiten.
Wolff machte nach Barcelona Druck
Nach dem bitteren Ausfall von Antonelli in Barcelona hatte Teamchef Toto Wolff keinen Hehl aus seiner Verärgerung gemacht. „Es kann natürlich nicht sein, dass du um die WM fährst und dann abwechselnd mit irgendeinem Auto ausfällst“, schimpfte der Österreicher.
Schon vor dem Österreich-GP kündigte Wolff deshalb Änderungen an. Der Fokus liege dabei ausdrücklich auf Zuverlässigkeit und Haltbarkeit – nicht auf zusätzlicher Leistung.
Denn reine Performance-Upgrades sind unter dem neuen Motoren-Reglement nur sehr eingeschränkt möglich. Verbesserungen aus Gründen der Zuverlässigkeit dürfen die Hersteller dagegen nach Genehmigung durch die FIA jederzeit einführen.
Keine Mehrleistung, sondern mehr Sicherheit
Antonelli betonte in Spielberg, dass das neue Paket ausschließlich darauf ausgelegt sei, weitere Defekte zu verhindern. „Bei diesem ersten großen Update geht es nicht wirklich um Performance. Es soll allein sicherstellen, dass diese Probleme nicht mehr passieren“, sagte der WM-Führende.
Über die genauen Ursachen der Defekte schweigt Mercedes weiterhin. Klar ist allerdings: Die Probleme haben die Silberpfeile in eine schwierige Lage gebracht.
Drohen bald Strafversetzungen?
Sollten Russell und Antonelli in Spielberg tatsächlich eine neue Batterie erhalten, wäre es für beide bereits die dritte Einheit der Saison. Mehr sind nach dem Reglement nicht erlaubt. Jeder weitere Wechsel würde automatisch eine Strafversetzung in der Startaufstellung nach sich ziehen.
Besonders brisant: Auch mehrere Mercedes-Kunden haben ihr Kontingent nahezu ausgeschöpft. McLaren-Pilot Lando Norris und Williams-Fahrer Alex Albon fahren bereits ebenfalls mit ihrer dritten Batterie.
Für Mercedes kommt das Update deshalb genau zur richtigen Zeit. Denn weitere Defekte könnten im Titelkampf schnell zum entscheidenden Nachteil werden.
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