Rätsel um Mick Schumacher: In Alabama bricht er komplett ein, wird fast überrundet. War ein Regel-Irrtum bei der Reifenstrategie schuld?
Was ist bei Mick Schumacher in Alabama schiefgelaufen? Beim IndyCar-Rennen im Barber Motorsports Park liefert der Deutsche eines seiner schwächsten Ergebnisse ab und wird fast vom eigenen Teamkollegen überrundet. Dabei war er im vergangenen Rennen im Durchschnitt noch etwa drei Zehntelsekunden schneller als sein erfahrener Stallgefährte Graham Rahal.
Während Rahal plötzlich um das Podium kämpft, fällt Schumacher im Rennverlauf immer weiter zurück. Auf den ersten Blick scheint die Erklärung naheliegend: ein Strategiefehler, ausgelöst durch ein Missverständnis bei der Reifenregel. Denn die Pflicht, die weichen Reifen zweimal zu fahren, gilt nur auf Stadtkursen, nicht aber auf dem Rundkurs von Alabama. Offenbar ging das Team trotzdem genau davon aus.

Doch so einfach ist die Erklärung nicht. Denn auch Teamkollege Rahal setzte lange auf die weichen Reifen und kämpfte dennoch um das Podium. Heißt: Die „Reds“ waren zwar ein klarer Nachteil mit wenig Grip und starkem Abbau. Doch der extreme Leistungsabfall von Schumacher lässt sich damit allein nicht erklären.
Keine Unterschiede in den Setups bei Schumacher und Rahal
An den Fahrzeugeinstellungen lag es offenbar ebenfalls nicht. „Sie haben mein Set-up übernommen, an den vergangenen Tagen war es noch etwas anders“, verrät Rahal. „Micks und mein Set-up sind aber immer recht gleich, weshalb wir beide in Phoenix so gut waren.“
Das macht das Rätsel nur größer. Wie kann ein Fahrer mit identischem Auto derart abfallen? Teamintern sucht man nach Antworten. Noch mal Rahal: „Die Leute denken immer, dass wir ja wissen müssen, warum etwas funktioniert hat. So einfach ist es aber nicht.“
Der im Vergleich zu Schumacher schwerere US-Amerikaner deutet an, dass Unterschiede in der Gewichts-Balance eine Rolle gespielt haben könnten. Doch selbst das erklärt nicht den massiven Pace-Verlust.
Schumacher spricht nach seinem 24. Rang über ein weiteres Problem in Birmingham. „Ich denke, das Rennen war schwierig. Offensichtlich hat uns das Abwürgen nicht gerade geholfen, aber trotzdem lernen wir daraus und verstehen immer besser, was wir verbessern müssen, dann werden wir auch dahin kommen. Es gibt vielversprechende Ansätze. Es ist jetzt einfach eine Frage, alles zusammenzubringen.“
Fakt ist: Während Rahal sein erstes Podium seit Jahren feiert, erlebt Schumacher ein hartes Rennwochenende mit Strategiefehlern, einem Kampf gegen die Technik und Lehrgeld bei seinem ersten Rennen auf einem IndyCar-Rundkurs. Bis Long Beach haben Fahrer und Team einiges aufzuarbeiten.
IndyCar: Grand Prix of Alabama Ergebnis
- Alex Palou (Chip Ganassi Racing) 01:45:57.822
- Christian Lundgaard (Arrow McLaren) +13.278
- Graham Rahal (Rahal Letterman Lanigan Racing) +14.288
- David Malukas (Team Penske) +14.996
- Kyle Kirkwood (Andretti Global) +17.797
- Marcus Armstrong (Meyer Shank Racing) +20.741
- Scott Dixon (Chip Ganassi Racing) +24.746
- Santino Ferrucci (A.J. Foyt Enterprises) +41.570
- Marcus Ericsson (Andretti Global) +43.859
- Josef Newgarden (Team Penske) +51.898
- Alexander Rossi (Ed Carpenter Racing) +52.983
- Will Power (Andretti Global) +54.048
- Felix Rosenqvist (Meyer Shank Racing) +54.503
- Rinus VeeKay (Juncos Hollinger Racing) +54.923
- Romain Grosjean (Dale Coyne Racing) +58.858
- Scott McLaughlin (Team Penske) +60.138
- Pato O’Ward (Arrow McLaren) +61.069
- Nolan Siegel (Arrow McLaren) +62.407
- Christian Rasmussen (Ed Carpenter Racing) +63.268
- Kyffin Simpson (Chip Ganassi Racing) +64.016
- Callum Ilott (A.J. Foyt Enterprises) +66.303
- Sting Ray Robb (Juncos Hollinger Racing) +1 Runde
- Dennis Hauger (Dale Coyne Racing) +1 Runde
- Mick Schumacher (Rahal Letterman Lanigan Racing) +1 Runde
- Louis Foster (Rahal Letterman Lanigan Racing) +1 Runde
FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!