Die Nacht ist vorbei, das Rennen spitzt sich zu: Acht Stunden vor dem Ziel liefern sich Cadillac, Toyota und BMW bei den 24 Stunden von Le Mans einen packenden Dreikampf um den Gesamtsieg.
Mit Sonnenaufgang über der Sarthe bleibt das Rennen völlig offen. An der Spitze hat sich der #12 Cadillac von Alex Lynn, Norman Nato und Will Stevens zwar etwas Luft verschafft, doch Toyota und BMW bleiben in Schlagdistanz.
Nach den jüngsten Boxenstopps führte Cadillac mit rund 20 Sekunden Vorsprung vor dem #8 Toyota. Direkt dahinter lauerte der #20 BMW mit René Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde. Besonders van der Linde erhöhte zuletzt den Druck und fuhr zeitweise sogar die schnellsten Runden der Spitzengruppe.

Dreikampf um den Gesamtsieg
Während Cadillac lange die Kontrolle behielt, profitierte Toyota von der starken Pace von Brendon Hartley. Der Neuseeländer machte innerhalb eines Stints mehrere Sekunden auf BMW gut und setzte die Verfolger unter Druck.
Die drei Hersteller bewegen sich mittlerweile auf nahezu identischen Boxenstopp-Strategien. Damit dürfte die Entscheidung in den letzten Rennstunden vor allem auf der Strecke fallen.

Kurz nach 8:40 Uhr wurde das Rennen zudem zum fünften Mal neutralisiert. Eine Full-Course-Yellow-Phase unterbrach den Kampf an der Spitze vorübergehend.
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Bitteres Aus für Genesis
Für Genesis endete das bislang starke Le-Mans-Debüt dagegen mit einer Enttäuschung. Der #17 GMR-001 Hypercar mit André Lotterer, Pipo Derani und Mathys Jaubert musste nach einem Aufhängungsschaden vorne rechts aufgeben. Jaubert stellte den Prototypen unmittelbar nach dem Dunlop-Bogen ab.
Besonders bitter: Der koreanische Hersteller hatte mit beiden Fahrzeugen das Hyperpole-Finale erreicht und zeitweise sogar die etablierten Werksteams geärgert.

Cadillac verliert einen Siegkandidaten
Auch Cadillac musste einen Rückschlag verkraften. Der #38 Cadillac von Earl Bamber, Jack Aitken und Sébastien Bourdais fiel nach Problemen mit der Servolenkung endgültig aus.
Das Fahrzeug gehörte lange zum erweiterten Favoritenkreis, ehe ein Defekt in den frühen Morgenstunden alle Hoffnungen auf den Gesamtsieg zerstörte.
Ferrari kämpft nur noch um Schadensbegrenzung
Ferrari spielt im Kampf um den Sieg inzwischen nur noch eine Nebenrolle. Der #50 Ferrari verlor bereits kurz nach Mitternacht durch Probleme mit der Feuerlöschanlage mehrere Runden und fiel weit zurück.
Bester Ferrari bleibt aktuell die #51 mit Antonio Giovinazzi, James Calado und Alessandro Pier Guidi auf Rang fünf. Der Rückstand auf die Spitze beträgt allerdings bereits mehrere Minuten.

Peugeot weiter chancenlos
Für die französischen Lokalmatadoren von Peugeot bleibt Le Mans auch beim 100-jährigen Motorsport-Jubiläum eine Enttäuschung. Der bestplatzierte 9X8 lag am Sonntagmorgen bereits drei Runden hinter dem Führenden und außerhalb der Top Ten.
Damit konzentriert sich der Kampf um den Gesamtsieg acht Stunden vor Schluss auf Cadillac, Toyota und BMW – mit leichten Vorteilen für die Amerikaner, aber längst noch ohne Vorentscheidung.
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