24h Nürburgring

Glock mit emotionaler Aussage zu Michael Schumacher

24h Nürburgring 2026 Schumacher McLaren
Credit: Gruppe C Photography
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Timo Glock startet beim 24h-Rennen am Nürburgring in einem McLaren im Design des Benettons von Michael Schumacher. Im Interview spricht er über diese besondere Hommage und Max Verstappens Auftritt am Ring.

Beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring startet Timo Glock in einem ganz besonderen McLaren: Das Auto trägt die legendäre Lackierung von Michael Schumachers Benetton-Weltmeisterwagen von 1995. Im Interview mit F1-Insider spricht Glock über die emotionale Hommage an Schumacher, den Verstappen-Hype am Ring und die Krise des deutschen Motorsports.

Timo Glock, wie kam es zu der Idee mit der Schumacher-Lackierung?

Timo Glock: Das ist eine lange Story. Ein sehr guter Freund von mir, Carsten Schwinn von Bembel with Care, hatte die Idee. Die arbeiten inzwischen mit Bitburger zusammen, die früher ja jahrelang im Motorsport vertreten waren. Dann kam die Idee, die 1995er-Lackierung von Michael Schumacher zurück und damit Bitburger wieder an den Start zu bringen. Wir haben dann erste Entwürfe machen lassen, und so nahm das Projekt seinen Lauf.

Inwiefern haben Sie die Schumacher-Zeit bei Benetton damals als Fan erlebt?

Glock: Absolut. Ich weiß noch ganz genau, wie ich bei meinen Eltern vor dem Fernseher saß und Michael Schumacher in genau dieser Lackierung bewundert habe. Deshalb ist das Ganze auch sehr emotional für mich. Wenn du das Auto dann heute in echt siehst, zusammen mit unseren Rennanzügen im damaligen Design, ist das schon etwas ganz Besonderes.

Glock über Schumacher: „Eine Hommage an den Mann, der alles verändert hat“

SIE waren später selbst Formel-1-Fahrer und kannten Schumacher persönlich. Ist das Projekt deshalb noch emotionaler?

Glock: Klar. Das Ganze ist eine Hommage an Michael Schumacher – an den Mann, der diesen riesigen Motorsport-Boom in Deutschland ausgelöst hat. Für mich ist er vergleichbar mit Franz Beckenbauer im Fußball oder Boris Becker im Tennis. Wegen ihm sind wir früher alle an die Rennstrecken gefahren. Und eigentlich sind wir heute immer noch deshalb hier.

24h Nürburgring 2026 Schumacher McLaren
Credit: Dörr Motorsport

Gleichzeitig sprechen Sie damit aber auch ein Problem im deutschen Motorsport an, oder?

Glock: Absolut. Der Motorsport lebt hier am Nürburgring extrem. Das sieht man ja. Das größte Rennen der Welt findet in Deutschland statt – und gefühlt redet trotzdem kaum jemand darüber. Erst jetzt durch Max Verstappen kommt wieder mehr Aufmerksamkeit drauf. Dabei sind früher alle durch den deutschen Nachwuchs gegangen – Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Max Verstappen. Heute haben wir praktisch keine Nachwuchsförderung mehr. Das ist dramatisch und schade.

„Verstappen ist der Grund, warum alles ausverkauft ist“

Wie besonders ist es, dass Max Verstappen jetzt selbst beim 24h-Rennen startet?

Glock: Er ist dafür verantwortlich, dass hier alles ausverkauft ist. Zum ersten Mal in der Geschichte des 24h-Rennens gibt es keine Tickets mehr. Die Campingplätze sind voll, überall sind holländische Fans. Das ist fantastisch für den Motorsport.

Wie sehr beeindruckt dich auch seine Leistung auf der Strecke?

Glock: Total. Während andere Formel-1-Fahrer bei Film-Premieren in New York waren, ist Max GT3 gefahren. Das zeigt einfach, wie sehr er Motorsport lebt. Und dann setzt er sich hier rein und ist sofort brutal schnell. Wenn ich gesehen habe, wie er mit Christopher Haase gekämpft hat, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Das ist nochmal ein ganz anderes Level.

Timo Glock, DTM, Credit: ADAC Motorsport
Timo Glock, DTM, Credit: ADAC Motorsport

Was ist Ihr Ziel beim 24h-Rennen?

Glock: Erstmal ankommen. Wir hatten kaum Vorbereitung, sind nur wenige Runden gefahren und haben am Auto praktisch noch nichts abgestimmt. Dafür fühlt es sich aber gar nicht schlecht an. Ein Top-15-Ergebnis wäre schon ein Traum. Top 10 natürlich noch mehr. Aber erstmal müssen wir durchfahren.

Und dabei haben Sie selbst kaum Nordschleifen-Erfahrung?

Glock: Das hier ist tatsächlich erst mein zweites Rennen auf der Nordschleife. 2024 bin ich erstmals gefahren – damals im GT4 zusammen mit Timo Scheider. Das Rennen wurde zwar nach neun Stunden abgebrochen, aber wir haben damals direkt unsere Klasse gewonnen.

Viel Erfolg!

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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