Der Motorenstreit um Mercedes eskaliert weiter. Während die Konkurrenz Druck auf die FIA macht, zeigt sich der Silberpfeil-Konzern kampfbereit – notfalls sogar vor Gericht.
Es ist der brisanteste Streit der Formel-1-Winterpause: Der Motoren-Trick von Mercedes sorgt weiter für Unruhe und könnte nun in die nächste Eskalationsstufe eintreten. Während die Konkurrenz auf ein Eingreifen der FIA drängt, zeigt sich Mercedes uneinsichtig: Die Silberpfeile sind überzeugt, regelkonform zu handeln und offenbar bereit, notfalls sogar vor Gericht zu ziehen.
Im Zentrum der Affäre steht die neue Power Unit von Mercedes. Die Ingenieure aus Brixworth sollen einen Weg gefunden haben, das Verdichtungsverhältnis ihres Motors im Betrieb über das eigentlich erlaubte Limit von 16:1 anzuheben. Möglich wird das offenbar durch thermische Ausdehnung bei hohen Temperaturen. Entscheidend: Bei den statischen FIA-Messungen im kalten Zustand bleibt der Motor regelkonform. Auf der Strecke jedoch soll sich der Vorteil entfalten und Leistung freisetzen.
Mercedes beruft sich auf FIA-Freigabe
Mercedes sieht sich dabei auf der sicheren Seite. Nach F1-Insider-Informationen wurde der Automobilweltverband FIA frühzeitig in die Entwicklung eingebunden und soll die Lösung bereits abgesegnet haben. In Brackley betont man, man habe keine Ressourcen in ein Konzept gesteckt, das rechtlich angreifbar sei. Entsprechend scharf fällt die Reaktion auf die Kritik der Konkurrenz aus.

Teamchef Toto Wolff hatte den Rivalen zuletzt öffentlich geraten, sich lieber um die eigenen Probleme zu kümmern. Hinter den Kulissen ist der Ton offenbar noch härter. Mercedes lehnt jede Form von Kompromiss ab und signalisiert klare Kante.
Leistungsvorteil sorgt für Nervosität
In der Szene kursieren Schätzungen, wonach der Verdichtungs-Trick bis zu drei Zehntelsekunden pro Runde bringen könnte – je nach Zusammenspiel mit dem nachhaltigen Kraftstoff sogar mehr. Kein Wunder also, dass Ferrari, Honda und Audi bei der FIA Alarm schlagen. Die Hersteller fordern eine Klärung, einige denken sogar über formelle Proteste nach.
Die FIA scheint deshalb mittlerweile einlenken zu wollen, so jedenfalls sickerte es durch bis ins Radio Fahrerlager. Diskutiert werden verschiedene Gegenmaßnahmen, neue Messmethoden im Fahrbetrieb beispielsweise oder zusätzliche Sensoren. Ein komplettes Verbot des Mercedes-Motors gilt allerdings selbst unter Gegnern als unrealistisch.
Mercedes notfalls vor Gericht?
Brisant: Laut italienischen Medien soll Mercedes-Konzernchef Ola Källenius bereit sein, den Rechtsweg zu prüfen, falls die FIA den Motor nachträglich einschränkt oder verbietet. Noch ist das ein theoretisches Szenario. Es zeigt aber, wie entschlossen Mercedes in diesem Machtkampf auftritt.
Die FIA versucht derweil, die Situation zu beruhigen. Ziel ist es, offizielle Proteste – spätestens beim Saisonauftakt in Australien – zu verhindern. Doch die Fronten sind verhärtet.
Fazit
Der Motoren-Zoff ist noch lange nicht entschieden. Mercedes fühlt sich im Recht, die Konkurrenz fühlt sich abgehängt. Klar ist: Die Formel 1 steuert schon vor dem ersten Rennen 2026 auf den nächsten politischen Schlagabtausch zu. Und Mercedes wird sich nicht wegducken.
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