Formel 1

Mercedes-Drama! FIA-Wende rund um Motortrick

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Kimi Antonelli. Credit: Sam Bloxham/Mercedes

Motor-Zoff eskaliert: Immer mehr Teams fordern FIA-Eingriff. Automobilweltverband denkt über andere Tests nach.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Motor-Zoff eskaliert: Immer mehr Teams fordern FIA-Eingriff. Automobilweltverband denkt über andere Tests nach.

Noch bevor in Australien das erste Startlicht ausgeht, hat die Formel 1 ihren ersten großen Regel-Krach. Im Mittelpunkt: Mercedes und ein cleverer Motortrick, der den Silberpfeilen rund 15 PS bringen könnte. Bislang stellte sich der Automobilweltverband hinter Mercedes. Doch die Front der Gegner wächst. Jetzt soll nach Informationen von F1-Insider.com auch Red Bull auf Konfrontationskurs gegangen sein.

Wird Motor-Trick verboten?

Seit Dezember brodelt es hinter den Kulissen. Der Vorwurf: Mercedes habe eine technische Lösung gefunden, mit der sich die Verdichtung des Verbrennungsmotors im Betrieb von 16:1 auf bis zu 18:1 steigern lässt. Genau dieser Wert wäre nach dem 2026er-Reglement eigentlich verboten. Der Knackpunkt: Die FIA misst aktuell nur statisch bei Umgebungstemperatur. Und da soll der Mercedes-Antrieb regelkonform sein. Sein Verdichtungsverhältnis ändert sich durch thermische Ausdehnung erst unter hohen Temperaturen während der Fahrt.

Formel 1 Mercedes 2026 Toto Wolff
Toto Wolff. Credit: Mercedes

Mercedes-Teamchef bereits dünnhäutig

Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich bereits beim offiziellen Saison-Launch Anfang Februar dünnhäutig. Sein Rat an die Konkurrenz damals: „Bringt einfach Eure eigene Sch… zusammen!“ Die Interpretation der Regeln sei eindeutig, der Motor aus seiner Sicht zu „100 Prozent legal“. Die Beschwerden der Gegner bezeichnete Wolff sinngemäß als Nörgelei.

Doch damit ist das Thema längst nicht vom Tisch. Im Gegenteil. Ferrari, Audi und Honda hatten sich bereits mit einem gemeinsamen Schreiben an die FIA gewandt und eine Klärung gefordert. In der vergangenen Woche hat nun offenbar auch Red Bull die Seite gewechselt. Brisant: Das Team von Max Verstappen wusste angeblich dank eines übergelaufenen Ingenieurs von der clever ausgenutzten Grauzone, soll den Verdichtungstrick selbst aber nicht in den Griff bekommen haben.

Bis zu 15 PS Mercedes-Vorteil? Konkurrenz alarmiert

Im Fahrerlager kursieren Zahlen, wonach der Mercedes-Kniff zwischen zehn und 15 PS bringen soll. Umgerechnet wären das zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde – ein massiver Vorteil in einer Formel, die eigentlich Kosten senken und das Feld zusammenführen soll. Wie genau Mercedes das schafft, weiß allerdings niemand. Und genau das macht die Konkurrenz nervös.

Formel 1 Mercedes Kimi Antonelli Barcelona 2026
Kimi Antonelli. Credit: Steve Etherington/Mercedes

Beim jüngsten Treffen des Power Unit Advisory Committee stand der Fall offiziell auf der Agenda. Experten zweifeln inzwischen offen daran, dass sich der Effekt allein durch Materialausdehnung erklären lässt. Alle anderen Varianten wären illegal.

FIA vor Grundsatzentscheidung

Jetzt ist die FIA am Zug. Offenbar will sie keinen Protest der Gegner beim Saisonstart in Australien riskieren und ist geneigt, sich dem Druck der vier Hersteller zu beugen. Diskutiert werden strengere Sensorik, neue Messverfahren bei hohen Temperaturen im Betrieb oder sogar eine Anpassung des Reglements. Doch egal, wie der Weltverband entscheidet: Es wird teuer. Verbietet die FIA den Trick, müssten die Stuttgarter ihre Power Unit womöglich aufwendig umbauen. Erlaubt sie ihn, müssen alle anderen Hersteller nachziehen.

Klar ist schon jetzt: Die sich anbahnende FIA-Entscheidung wäre ein schwerer Schlag für Mercedes und ein explosiver Auftakt in die neue Saison. Die Formel 1 steht damit vor ihrem ersten großen Polit-Drama des Jahres.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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