Star-Ingenieur Andy Cowell steht offenbar vor dem Abschied bei Aston Martin, nach Machtverschiebung zugunsten von Adrian Newey.
Bei Aston Martin bahnt sich der nächste große Umbruch an: Andy Cowell, einer der renommiertesten Ingenieure der modernen Formel 1, steht vor dem Abschied. Nach Informationen des Portals PlanetF1 soll Cowell im Juni 2026 ausscheiden, nur rund anderthalb Jahre nach seiner Rückkehr in die Königsklasse.
Cowell führte den Rennstall 2025 noch als CEO und Teamchef, ehe sich die Machtverhältnisse verschoben. Mit dem Einstieg von Adrian Newey übernahm dieser selbst das Amt des Teamchefs. Cowells Rolle wurde neu zugeschnitten: Statt an der Spitze zu stehen, fungierte er fortan als Chief Strategy Officer, eine Veränderung, die intern als Degradierung wahrgenommen wurde und das Verhältnis offenbar belastete.
Dabei war Cowell nicht irgendwer. Als Architekt der dominanten Mercedes-Hybridmotoren prägte er über zwei Jahrzehnte eine ganze Ära, ehe er Ende 2020 aus der Formel 1 ausstieg. Erst 2024 ließ er sich von Lawrence Strolls massiven Investitionen in Infrastruktur, Personal und Technik zurücklocken. Cowell übernahm als Group CEO, strukturierte das Management neu und ersetzte Mike Krack als Teamchef.

Doch nur kurze Zeit später folgte der nächste Paukenschlag: Newey stieg mit einer Minderheitsbeteiligung ein und erhielt als Managing Technical Partner erheblich mehr Einfluss. Quellen zufolge prallten hier zwei Philosophien aufeinander, Cowells Fokus auf Antrieb und Prozesse, Neweys auf Aerodynamik und Chassis. Eine gemeinsame Linie fand sich offenbar nicht.
Legt Aston Martin personell nach?
Offiziell betonte Aston Martin zuletzt, Cowell habe „die Grundlagen gelegt“ und solle seine Stärken künftig in der Koordination der Technikpartner einbringen, insbesondere mit Honda, Aramco und Valvoline. Doch mit der Homologation der neuen 2026er-Antriebe am 1. März schwindet genau dieses Aufgabenfeld und damit Cowells Einfluss.

Newey erklärte die Umstellung offen: Cowell habe sich „sehr großzügig bereit erklärt, den Übergang in der ersten Phase von 2026 zu begleiten“. Gleichzeitig machte der 66-Jährige klar, wo sein Fokus liegt: „Das Design der Autos ist das, was mich morgens aus dem Bett holt. Das will ich nicht verwässern.“
Was bleibt, ist ein Team im Wandel und die Frage, ob Aston Martin nach Cowells Abgang erneut an der Spitze nachjustieren muss. Klar ist: Der personelle Aderlass trifft einen der klügsten Köpfe der Hybrid-Ära und zeigt, wie hart der Machtkampf vor der neuen 2026er-Formel tobt.
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