Verstappens letztjähriger Teamkollege Liam Lawson erklärt, warum er bei Red Bull scheiterte.
Liam Lawson hat erstmals ausführlich erklärt, warum sein kurzes Kapitel bei Red Bull 2025 so schnell endete und warum viele Beobachter aus seiner Sicht die falschen Schlüsse gezogen haben. Nach starken Einsätzen bei Racing Bulls 2023 und 2024 wurde der Neuseeländer zum Saisonstart 2025 ins A-Team befördert. Doch schon nach zwei Rennwochenenden war Schluss. Lawson blieb ohne Punkte, scheiterte zweimal in Q1 und wurde durch Yuki Tsunoda ersetzt.
In der Öffentlichkeit hält sich hartnäckig die These, der Red Bull sei schlicht „zu spitz“ abgestimmt und extrem auf Max Verstappens aggressiven Fahrstil zugeschnitten, mit viel Front, nervösem Einlenkverhalten und kaum Fehlertoleranz. Doch genau das weist Lawson nun zurück.

„Viele denken, das Auto hat einfach zu viel Front und ist deshalb unfahrbar. Aber so ist es nicht“, erklärte er im Podcast Gypsy Tales. Er selbst sei sogar ein Fahrer, der viel Vorderachse möge. Das eigentliche Problem habe tiefer gelegen. „Es ist die Balance durch die Kurve, die zu Beginn des Jahres einfach nicht gut war. Es ist nicht nur ‚zu viel Front‘. Das Auto ist sehr sensibel beim Einlenken, aber entscheidend ist das Gefühl, das du bekommst.“
Gerade in der Formel 1 gehe es um absolutes Vertrauen. Wenn dieses fehle, verliere man nicht ein paar Hundertstel, sondern gleich mehrere Zehntel oder mehr. „Wenn du nicht zu 100 Prozent überzeugt bist, verlierst du enorm viel Zeit. Es geht um dieses Komfort-Level, du musst dich komplett sicher fühlen.“
Verstappen wieder mit neuem Teamkollegen 2026
Hinzu kam laut Lawson ein weiterer Faktor: Zeit. Er habe schlicht nicht genug davon gehabt, um sich an das Auto zu gewöhnen. Verstappen selbst habe im Laufe der Saison viel Fortschritt mit dem Paket gemacht und sei gegen Jahresende deutlich schneller gewesen als noch zu Lawsons Zeit im Cockpit.
Damit widerspricht Lawson indirekt der Darstellung, er sei am extremen Setup seines Teamkollegen gescheitert. Für ihn war es vielmehr ein komplexes Zusammenspiel aus Balance, Sensibilität im Grenzbereich und fehlender Eingewöhnungsphase.
Der Neuseeländer hat sich mittlerweile wieder beim B-Team, im Racing Bull, rehabilitiert, startet 2026 neben Formel-1-Rookie Arvid Lindblad. Nachdem auch Tsunoda an Verstappen sportlich zerschellte, wird der Holländer diese Saison mit Hadjar den nächsten Teamkollegen an seiner Seite haben.
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