Formel 1

Ferrari überrascht mit neuem Überkopf-Heckflügel in Bahrain

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Bahrain Test 2026
Charles Leclerc. Credit: Steven Tee/LAT Images/Pirelli
Alex Warneke
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Die Scuderia testet in Bahrain einen spektakulären „Überkopf“-Heckflügel, weniger Luftwiderstand, mehr Top-Speed für Ferrari.

Ferrari sorgt beim Test in Bahrain für Staunen, mit einem Heckflügel, der im Geradeaus-Modus buchstäblich „über Kopf“ steht. Beim SF-26 von Lewis Hamilton wurde am Donnerstag eine radikale Variante der aktiven Aerodynamik gesichtet.

Im normalen Kurvenmodus wirkt der Flügel unspektakulär. Doch sobald Hamilton in den sogenannten Straight Mode schaltet, passiert das Außergewöhnliche: Statt wie bei anderen Teams das obere Flügelelement lediglich flacher zu stellen, rotiert Ferraris Konstruktion weiter, um etwa 180 Grad, bis das Element praktisch komplett auf den Kopf gedreht ist.

Auf den Geraden war klar zu sehen, wie der obere Teil nach vorne durchschwenkt und in eine nahezu invertierte Position kippt. Beim Anbremsen klappt er wieder nach vorne zurück und nimmt die herkömmliche Stellung ein.

Was steckt hinter der Ferrari-Idee?

Das Prinzip ist simpel, aber clever: Im Kurvenmodus erzeugt das obere Element Abtrieb und damit auch Luftwiderstand. Im Geradeaus-Modus hingegen soll der invertierte Flügel den Luftwiderstand drastisch reduzieren, erzeugt dabei möglicherweise sogar minimalen Auftrieb. Denn überkopf entsteht beim Heckflügelement im Straight-Line-Mode auf der Unterseite einen Luft-Überdruck, oben einen Unterdruck, praktisch wie bei einem Flugzeugflügel. Ziel ist für Ferrari in jedem Fall maximaler Top-Speed bei minimalem Energieverbrauch.

Gerade 2026 ist das entscheidend: Wegen der stark elektrifizierten Antriebe und der limitierten Batteriekapazität arbeiten alle Teams intensiv daran, unnötigen Luftwiderstand zu vermeiden. Weniger Drag bedeutet weniger Energieverbrauch und damit mehr Spielraum beim Abrufen der Batterieleistung.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Bahrain Test 2026
Charles Leclerc. Credit: Joe Portlock/Getty Images/Pirelli

Reglementstechnisch ist Ferraris Lösung zulässig. Die Regeln definieren lediglich, dass der Übergang zwischen Kurven- und Geradeaus-Modus maximal 400 Millisekunden dauern darf. Eine Obergrenze für den Rotationswinkel des Heckflügelelements ist nicht festgelegt.

Nur ein Test – oder mehr?

Nach aktuellen Informationen handelt es sich um ein Test-Teil, das Ferrari in Bahrain im Rahmen einer Evaluierung einsetzt. Ob der „Überkopf-Flügel“ tatsächlich in die Saison übernommen wird, ist offen.

Interessant ist der Zusammenhang mit einer weiteren Innovation am SF-26: Ferrari hatte zuvor eine Art „Auspuff-Flügel“ präsentiert, der die Abgase gezielt in Richtung Heckpartie leitet, um zusätzlichen Abtrieb zu generieren. Diese Lösung soll Performance in Kurven bringen, könnte aber zusätzlichen Luftwiderstand verursachen, der nun mit dem radikalen Heckflügel kompensiert werden soll.

Ferrari zeigt damit einmal mehr: In der neuen Ära wird nicht nur am Motor gefeilt, sondern auch an der Aerodynamik bis ins Extrem gedacht.

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Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


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