Ferrari setzt 2026 auf Mut statt Sicherheit: Teamchef Vasseur erklärt, warum der SF-26 bewusst Risiken eingeht.
Ferrari hat beim vorletzten Testtag in Bahrain nicht nur Runden abgespult, sondern auch ein klares Signal zur eigenen Fahrzeugphilosophie gesendet. Teamchef Frédéric Vasseur machte deutlich, worauf der SF-26 im neuen Reglement basiert: Mut zur Innovation und maximaler Abtrieb am Heck.
Der entscheidende Punkt liegt im Konzept. Vasseur erklärte offen, dass die neuen 2026er-Regeln deutlich weniger aerodynamischen Abtrieb vorschreiben. „Aber das Auto funktioniert nur mit Downforce. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, so viel wie möglich, besonders an der Hinterachse, zurückzugewinnen“, sagte der Franzose.

Ferrari setzt dabei auf auffällige Lösungen. Ein neuartiger Heckflügel, intern durch seinen wilden Durchschwung beim Wechseln der aktiven Aerodynamik auch „Macarena“ genannt, sorgte im Paddock bereits für Gesprächsstoff. Laut Vasseur sei genau dieser Mut zur Abweichung entscheidend: „Wenn man bei null anfängt, besteht immer die Angst, in die falsche Richtung zu gehen. Aber innovativ zu sein und sich etwas zu trauen, ist der einzige Weg, um zu gewinnen.“
Ferrari setzt bewusst auf Entwicklungsrisiko
Vasseur betonte, dass Ferrari bewusst bereit sei, Risiken einzugehen. „Risiken gehören zur DNA unseres Sports und sie müssen auch Teil der technischen DNA sein.“ Lieber eine mutige Lösung wagen als aus Angst konservativ bleiben. Gerade in einer Reglement-Revolution könne das den Unterschied machen.
Trotz kleinerer Zuverlässigkeitsprobleme sieht sich Ferrari gut vorbereitet für Melbourne. Charles Leclerc setzte die klare Bestzeit, Setup-Änderungen fruchteten zwischen seinen Performance-Runs am Freitagabend.
Die Botschaft aus Maranello ist klar: Der SF-26 ist das Ergebnis einer bewusst aggressiven Entwicklungsphilosophie.
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