Zum ersten Mal seit seinem Rückzug erlebt Helmut Marko den Österreich-GP nur noch vor dem Fernseher.
Wenn die Formel 1 am kommenden Wochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg gastiert, wird eine prägende Figur erstmals fehlen: Helmut Marko.
Der langjährige Motorsportberater zog sich Ende 2025 im Alter von 83 Jahren aus der Formel 1 zurück. Nach fast zwei Jahrzehnten an der Spitze von Red Bulls Nachwuchsprogramm verfolgt der Grazer die Rennen inzwischen nur noch vor dem Fernseher – und genießt seine neue Rolle.
„Ich bin jetzt normaler Fernsehzuschauer wie jeder andere“, sagte Marko der Kleinen Zeitung. „Die Rennen sind im Großen und Ganzen ganz gut, trotz des komplizierten Motorenreglements mit der Energierückgewinnung.“
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Marko vermisst die Formel 1 nicht
Fest steht aber auch: Nach seinem Abschied hat Marko die Formel 1 offenbar nicht vermisst. Im Gegenteil.
„Ich habe immer gesagt: Wenn ich aufhöre, dann höre ich auch wirklich auf“, betont der Österreicher. Erst jetzt sei ihm bewusst geworden, wie belastend das ständige Reisen tatsächlich gewesen sei. „Das merkt man gar nicht, wenn man voll involviert ist.“

Sportlich zeigt sich Marko mit der aktuellen Saison durchaus zufrieden. Besonders freut ihn aber ein Mann: Lewis Hamilton. Für den Sport ist es natürlich ein Toto-Zwölfer (Sechser im Lotto; d. Red.), wenn ein Lewis Hamilton im Ferrari gewinnt“, sagt Marko.
Lob für Hadjar und Lindblad
Einen genauen Blick wirft der frühere Red-Bull-Macher weiterhin auf den Nachwuchs. Vor allem zwei Talente haben es ihm angetan.
Über Red-Bull-Rookie Isack Hadjar sagt Marko: „Er kommt aus dieser neuen Kartgeneration und hatte in den Nachwuchsserien viel Pech. In der Formel 2 war er aber der Schnellste.“

Noch größere Stücke hält Marko allerdings auf Arvid Lindblad. Der Racing Bulls-Pilot mit indischen und schwedischen Wurzeln gilt intern als eines der größten Talente seit Jahren. „Der ist mit 18 Jahren völlig abgebrüht und reif“, urteilt Marko.
Formel 1 wird immer teurer
Sorgen bereitet dem ehemaligen Motorsportchef dagegen die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Die Kosten seien inzwischen explodiert.
„Das Zentrum dieses hochprofessionellen Kartsports ist Oberitalien“, erklärt Marko. „Dort gibt es Eltern, die dorthin ziehen, um mit ihren Kindern trainieren zu können.“
Die Kosten dafür seien enorm: „Man muss bis zu 250.000 Euro pro Saison bezahlen, um in einem Team zu fahren.“ Für Fahrer ohne finanzstarke Unterstützung werde der Weg in die Formel 1 deshalb immer schwieriger.
Berger-Sohn und Wolff-Sohn mit guten Karten
Trotzdem sieht Marko auch österreichische Hoffnungsträger für die Zukunft. „Ein Johan Berger, der Sohn von Gerhard Berger, und Jack Wolff natürlich“, sagt Marko. Beide würden von den Erfahrungen und Netzwerken ihrer Väter profitieren.
„Für einen Normalsterblichen ist das alles nicht mehr finanzierbar“, warnt der ehemalige Red-Bull-Berater dennoch. „Es wird sicher immer schwerer, wenn man nicht den finanziellen Background mitbringt.“
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