Formel 1

Mercedes mit Longrun-Ansage! Trainingsanalyse zum GP Australien

Formel 1 Australien 2026 George Russell Mercedes
George Russell. Credit: Steven Tee/LAT Images/Pirelli
Alex Warneke
Alex Warneke

Nach dem ersten Trainingstag in Melbourne zeigt sich ein klares Bild: Mercedes leicht vorn, Aston Martin tief in der Krise und Audi auf Punktekurs.

Der erste Trainingstag der Formel-1-Saison 2026 in Melbourne hat vor allem eines bestätigt: Ganz vorne stehen die üblichen Verdächtigen. Nach Einschätzung unseres Experten sind Mercedes, McLaren, Ferrari und Red Bull aktuell die vier Teams, die den Ton angeben. „Die großen vier sind vorne“, erklärt unser F1-Insider Ralf Bach auf unserem Youtube-Kanal.

Im zweiten Training setzte Lokalmatador Oscar Piastri im McLaren die Bestzeit in 1:19,729 Minuten, dahinter folgten Andrea Kimi Antonelli und George Russell im Mercedes. Lewis Hamilton und Charles Leclerc hielten Ferrari in Schlagdistanz, Max Verstappen wurde Sechster.

Trotz Piastris Tagesbestzeit sieht Bach Mercedes vorne. „Mercedes war im Longrun bärenstark“, sagt er. Zumal es teilweise so ausgesehen habe, „dass die im letzten Sektor noch ein bisschen Gas weggenommen haben“. Zeitenanalysen bestätigen: Russell war im Dauerlauf vier Zehntelsekunden schneller als sein Teamkollege Kimi Antonelli.

Ferrari weit vorn in Australien dabei

Ferrari wirkt ebenfalls stark, liegt im Schnitt mit beiden Fahrern sechs Zehntelsekunden hinter Mercedes, hat aber offenbar noch einen Schwachpunkt. „Ferrari war gut, hat aber immer noch Bremsprobleme“, erklärt Bach. Sowohl bei Leclerc als auch Hamilton fielen kleinere Verbremser auf. Ein echtes Problem ist das derzeit allerdings nicht, denn die Scuderia bewegt sich klar in der Spitzengruppe.

Formel 1 Ferrari Australien 2026 Lewis Hamilton
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Verstappen dagegen erlebte einen komplizierten Freitag. Erst verlor sein Red Bull beim Herausfahren aus der Box Leistung, später landete er nach einem Rutscher im Kies und beschädigte offenbar den Unterboden. Das ist doppelt heikel, weil Ersatzteile wegen der angespannten Lage im Nahen Osten nicht mehr so einfach nach Melbourne eingeflogen werden können. Nicht wirklich zufriedenstellend ist auch die Longrun-Pace des Red Bull, der in den Händen von Verstappen immerhin 0,8 Sekunden hinter Russell lag.

Hinter Red Bull folgt McLaren (Piastri mit 1,3 Sekunden Rückstand im Dauerlauf), bei denen unser Experte aber Potential nach vorn sieht. „Man darf nicht vergessen, dass Norris im ersten Training Probleme mit der Kupplung hatte“, erklärt Bach. Deshalb habe Piastri „die meiste Arbeit geleistet“, auch im Longrun-Betrieb. Dass er trotzdem die Tagesbestzeit setzte, zeige, „dass auch McLaren im Geschäft ist“.

Hadjar mit gutem Trainingseinstand

Bei Red-Bull-Neuling Isack Hadjar fällt das Fazit gemischt aus. „Für seinen ersten Arbeitstag hat er einen super Job gemacht“, sagt Bach. Gleichzeitig warnt er aber: „Sechs Zehntel sind nicht wenig. Im Qualifying darf er so weit nicht hinten sein.“ Im Longrun fehlten ihm zwei Zehntelsekunden auf Verstappen.

Richtig dramatisch bleibt die Lage bei Aston Martin. Fernando Alonso fuhr im ersten Training gar nicht, Lance Stroll brachte es nur auf drei Runden. Im zweiten Training kamen beide zusammen auf rund 30 Umläufe. Das Kernproblem sind weiter die Vibrationen und die daraus resultierenden Batterieprobleme. Aston Martin hat „vier Batterien mitgebracht, zwei davon funktionieren nicht“. Neue sollen nicht mehr rechtzeitig kommen.

„Aston Martin sieht wirklich desaströs aus“

Bachs Urteil fällt entsprechend hart aus: „Aston Martin sieht wirklich desaströs aus im Moment. Ich würde mich wundern, wenn die das Rennen zu Ende fahren.“ Schon 30 oder 40 Rennrunden wären aus seiner Sicht fast ein Erfolg.

Positiv fiel dagegen Audi auf. Das neue Werksteam ordnet der F1-Experte aktuell gemeinsam mit den Racing Bulls im Kampf um die letzten Punkteplätze ein. Für den ersten Auftritt sei das ein ordentliches Ergebnis.

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Lance Stroll. Credit: Simon Galloway/LAT Images/Aston Martin

Vor allem Nico Hülkenberg überzeugte mit vielen Runden und einem sauberen Freitag, Gabriel Bortoleto hielt sich ebenfalls ordentlich. Dass Audi noch nicht ganz vorne ist, überrascht Bach nicht: „Vom Chassis her sind sie noch nicht so weit, dass sie ganz vorne mithalten können.“ Hülkenbergs Dauerlauf-Rückstand betrug im Schnitt fast zwei Sekunden.

Cadillac fährt hinterher

Hinter Audi bleibt das Bild gemischt. Alpine wirkte schwächer als erwartet, Pierre Gasly sprach selbst von einem Rückschritt im Vergleich zu den Tests. Williams hat weiterhin mit Übergewicht zu kämpfen, Cadillac fährt erwartungsgemäß hinterher.

Das Zwischenfazit nach dem Freitag ist damit klar: Mercedes wirkt aktuell am stärksten, McLaren, Ferrari und Red Bull sind aber direkt dahinter in Schlagdistanz. Aston Martin steckt tief in der Krise. Audi hat dagegen eine realistische Chance auf die letzten Punkteplätze.

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Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


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