McLaren-Teamchef Stella wundert sich über Mercedes: Trotz gleichem Motor sei Russell viel schneller. Norris hadert derweil mit den neuen F1-Autos.
Nach dem ersten Qualifying der neuen Formel-1-Ära in Melbourne sorgt ausgerechnet McLaren-Teamchef Andrea Stella mit einer Aussage über Mercedes für Stirnrunzeln im Fahrerlager. Grund ist die deutliche Dominanz der Silberpfeile. George Russell holte die Pole, Teamkollege Kimi Antonelli komplettierte die erste Startreihe. Dahinter klafft bereits eine große Lücke.
Stella deutete danach an, dass Mercedes möglicherweise mehr aus seinem Motor herausholt als die eigenen Kundenteams. „Es war nicht das sauberste Qualifying, jedes Team hat irgendwo gelitten“, erklärt der Italiener. „Wir müssen mehr Grip und Performance aus der Power Unit herauszuholen. Sie haben den gleichen Antriebsstrang wie wir und Russell ist deutlich schneller. Sie scheinen wohl den besseren Job zu machen.“

Eine direkte Anschuldigung ist das nicht. Doch die Aussage zeigt, wie irritiert McLaren von der Mercedes-Leistung des Werksteams ist. „Es gibt viele Variablen und Faktoren, die das beeinflussen“, betont Stella. „Wir müssen das noch optimieren, um mehr herauszuholen in den Rennen.“
Hintergrund: Laut Regelwerk muss Mercedes seinen Kundenteams Williams, Alpine und eben McLaren die gleiche Antriebseinheit zur Verfügung stellen wie dem Werksteam. Aber Packaging (Einbau) und Nutzung der Software unterscheiden sich natürlich.
McLaren auf den Plätzen fünf und sechs
Sportlich landeten die beiden McLaren auf den Plätzen fünf und sechs. Lokalmatador Oscar Piastri wurde Fünfter, Weltmeister Lando Norris musste sich trotz guter Pace mit Rang sechs begnügen. In Q3 erwischte Norris einen heruntergefallenen Kühllüfter von Antonellis Mercedes, der den Frontflügel seines McLaren beschädigte.
Da McLaren von dieser Spezifikation keinen Ersatzflügel parat hatte, musste er mit getapten Flügel weiterfahren. Der knickte jedoch Richtung Asphalt ab und schliff über die Fahrbahn. Mit Galgenhumor kommentierte der Brite später: Der Schaden habe ihn wohl „eine Sekunde gekostet, genau die, die für die Pole gereicht hätte.“
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