Neues Land, neue Serie, neues Leben: Vor dem IndyCar-Rennen in Arlington spricht Mick Schumacher über seine Zeit in den USA, die Ranch seiner Familie in Texas und seine ersten Erfahrungen in der amerikanischen Rennserie.
Am kommenden Wochenende steht für Mick Schumacher das nächste Kapitel seiner US-Karriere an. Die IndyCar Series gastiert erstmals auf dem neuen Stadtkurs in Arlington in Texas. Für alle Fahrer ist die Strecke Neuland; für Schumacher eine mögliche Chance nach den ersten turbulenten Rennen der Saison.
Vor dem Rennwochenende sprach der 26-Jährige im Motorsport-Podcast „Speed“ des US-Senders FOX über sein neues Leben in Amerika.
Hintergrund: Die USA sind für die Familie Schumacher kein Neuland. Micks Vater Michael war schon während seiner aktiven Zeit ein großer Fan des Landes. Auch seine Frau Corinna Schumacher und Tochter Gina Schumacher haben in Texas längst ihre zweite Heimat gefunden. Beide betreiben in Gordonville eine große Pferderanch.
Mick Schumacher lebt auf US-Ranch der Familie
Für Mick ist das Anwesen während seiner IndyCar-Saison ebenfalls zum Rückzugsort geworden. Dort lebt er zeitweise zwischen mehr als 200 Zuchtpferden, Kühen und Hunden und nutzt die Gelegenheit auch für Offroad-Ausflüge mit Quads auf dem Gelände.
Der Einstieg in die IndyCar verlief für Schumacher bislang wechselhaft. Beim Saisonauftakt in St. Petersburg schied er früh aus, dafür sorgte er beim Oval in Phoenix mit Rang vier im Qualifying für ein erstes Ausrufezeichen.
Über seinen Neustart in den USA sagte Schumacher im Podcast: „Der Übergang vom metrischen in das angloamerikanische System bleibt für mich ein Kampf. Aber sonst kann ich nicht meckern. Natürlich war der frühe Ausfall beim Saisonstart in St. Petersburg kein Spaß, aber davon lassen wir uns nicht beirren. Das bewies das gute Oval-Qualifying in Phoenix.“

Der Deutsche betonte außerdem, wie wichtig die Unterstützung seines Teams und der Fans ist: „Man ist immer sein größter Kritiker, denn man betreibt den Sport ja für sich. Druck bleibt Teil unseres Geschäfts, das lernen wir Fahrer schon in der Jugend. Die Zusammenarbeit mit dem Team und die grandiosen Fans hier erleichtern den Übergang. Jeder gibt mir ein Lob oder eine Aufmunterung mit auf den Weg.“
Gerade auf dem Oval in Phoenix fühlte sich Schumacher überraschend wohl. „Der vierte Platz im Qualifying war natürlich großartig, aber genauso unerwartet. Vielleicht half mir ein bisschen Naivität, ein bisschen Ahnungslosigkeit, um während dieser Situation zu bestehen.“
Den größten Unterschied zur Formel 1 beschreibt er vor allem technisch: „Die IndyCar-Renner sind roher, haben keine Servolenkung. Ja, bei Gewicht, Power und Downforce unterliegt die IndyCar. Aber dafür ist der Firestone-Reifen beispielsweise einfacher zu managen.“
Seine Erfahrung aus der Formel 1 zeigt sich vor allem im Umgang mit den Reifen. Das brachte ihm im Team sogar einen Spitznamen ein: „Twinkletoes“ – der „Leichtfüßige“. Schumacher selbst erklärt dazu: „So lernt es ein Fahrer eben in Europa, das bleibt jedoch genauso hier mein Vorteil.“
Vater Michael Schumcher hat Mick immer beschützt
Auch eine persönliche Frage musste Schumacher beantworten: Wie schwierig ist es, als Sohn von Michael Schumacher aufzuwachsen?
Seine Antwort zeigt, wie bewusst seine Familie ihn geschützt hat: „Ich liebte seine Tipps! Meine Familie hat sich aber bemüht, dass ich so geschützt wie möglich aufwachsen konnte. Deswegen trug ich bis zur Formel 4 den Geburtsnamen meiner Mutter. Jeder an der Kartstrecke wusste, wer ich bin, aber niemand von außerhalb.“

Und weiter: „Erst als ich 15 Jahre alt war, drangen Bilder von mir an die Öffentlichkeit. Meine Kart-Jugend blieb unbeschwert. Mein Vater hat mir das ermöglicht, hierfür hat er sich sehr viel Mühe gegeben.“
Nun wartet die nächste Herausforderung: das IndyCar-Rennen in Arlington. Für Mick Schumacher ist es die nächste Chance, sich in seiner neuen Motorsport-Heimat zu beweisen.
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