Formel 1

Ferrari-Podium mit 41: Warum Hamilton plötzlich wieder gefährlich wird

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari China 2026
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Nach einem schwierigen ersten Jahr bei Ferrari meldet sich Lewis Hamilton eindrucksvoll zurück. Beim Großen Preis von China fährt der Rekordweltmeister erstmals für die Scuderia aufs Podium.

Es war wie eine Erlösung für Lewis Hamilton, sein erstes Podium mit Ferrari in der Formel 1. Nach Platz drei beim China-GP strahlt der 41-Jährige im Fahrerlager mit Sieger Kimi Antonelli um die Wette. Doch während es für den Mercedes-Star die Bestätigung ist, dass er es kann, gilt im Fall von Hamilton ein kleiner Zusatz: Er kann es NOCH. 

„Das war eines der spaßigsten Rennen, das ich seit Langem hatte, vielleicht sogar das spaßigste überhaupt“, freut sich der siebenmalige Weltmeister entsprechend nach dem Rennen.

Für Hamilton ist es das wichtigste Comeback seiner Karriere. Sein Debütjahr bei Ferrari 2025 war eine einzige große Enttäuschung. Das Auto war selten konkurrenzfähig, Teamkollege Charles Leclerc meist schneller und Hamilton kämpfte zunehmend mit seiner eigenen Form.

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari China 2026
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Zwischenzeitlich stand sogar seine Zukunft in der Formel 1 zur Debatte.

Lewis Hamilton: Kritik und Rücktrittsgerüchte

Mehrere Experten zweifelten öffentlich an dem siebenmaligen Champion. Sky-Experte Ralf Schumacher riet Ferrari sogar, über einen Ersatz nachzudenken. Auch Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone empfahl dem Briten den Rücktritt.

Hamilton selbst ließ nach dem Rennen in Ungarn 2025 tief blicken: „Ich bin nutzlos, absolut nutzlos“, stellte er da in einem TV-Interview fest.

Die Diagnose war brutal, die Behandlung einfach: ein völliger Reset. Der Rekordchampion zog sich im Winter komplett zurück; mehrere Wochen ohne Öffentlichkeit und soziale Medien fand er neue Motivation. „Ich bin neu fokussiert und erfrischt“, meldete er sich 2026 zurück. „Und Ich gehe nirgendwo hin.“

Neuer Ferrari bringt Hamilton zurück

Mit der neuen Fahrzeuggeneration fühlt sich Hamilton wieder deutlich wohler. Die leichteren, agileren Autos liegen ihm mehr als die schweren Ground-Effect-Boliden der vergangenen Jahre. Schon beim Saisonauftakt in Australien wurde er Vierter, in China folgte nun das erste Podium.

Formel 1 Lewis Hamilton und Charles Leclerc Ferrari China GP 2026
Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Credit: Sam Bagnall/Sutton Images

Besonders im Qualifying zeigt Hamilton wieder seine alte Stärke. Ausgerechnet in der Paradedisziplin seines Teamkollegen Leclerc setzt sich der Brite nun wieder durch – und später auch im direkten Duell.

„Ich bin mit dem Selbstvertrauen in diese Saison gestartet, das ich früher einmal hatte“, erklärt Hamilton später und schickt eine Kampfansage hinterher. „Ich habe diese Reise und diesen Traum, zu Ferrari zu wechseln, begonnen, um mit ihnen ganz oben auf dem Podium zu stehen.“

Dort sorgte derweil der Altersunterschied zwischen Antonelli und Hamilton für eine kuriose Szene. Als sich der Brite an sein eigenes Debüt 2007 erinnert, kontert der Italiener trocken. „Da war ich gerade ein Jahr alt.“

Beide lachen. Doch klar ist auch: Hamiltons Formel-1-Rekonvaleszenz ist noch nicht abgeschlossen. Zur vollständigen Genesung fehlt noch der nächste Sieg. 

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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