Die abgesagten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien treffen auch die Finanzen der Formel 1. Der Nahost-Konflikt sorgt für massive Einnahmeverluste.
Die Absage der beiden Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien hat nicht nur sportliche Folgen, auch finanziell dürfte der Ausfall für die Königsklasse teuer werden. Nach aktuellen Schätzungen könnten der Formel 1 durch die beiden gestrichenen Grands Prix bis zu 200 Millionen Dollar entgehen.
Die beiden Rennen sollten ursprünglich im April stattfinden. Bahrain war für den Zeitraum 10. bis 12. April, Saudi-Arabien eine Woche später in Jeddah geplant. Wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten entschied sich die Formel 1 jedoch gemeinsam mit der FIA und den lokalen Veranstaltern zur Absage.
Damit entsteht nun eine ungewöhnlich lange Lücke im Kalender. Zwischen dem Großen Preis von Japan (29. März) und dem Rennen in Miami (3. Mai) liegen jetzt rund fünf Wochen ohne Grand Prix.

Einnahmen brechen im April komplett weg
Die finanziellen Auswirkungen könnten beträchtlich sein. Laut einer Analyse von Guggenheim Partners verliert die Formel 1 durch die beiden gestrichenen Rennen rund 190 bis 200 Millionen Dollar an Umsatz. Auch beim operativen Gewinn dürfte ein Minus von etwa 80 Millionen Dollar entstehen.
Im vergangenen Jahr setzte die Formel 1 insgesamt 3,87 Milliarden Dollar um. Dennoch zeigen die Zahlen, wie wichtig die Rennen im Nahen Osten inzwischen für die wirtschaftliche Seite des Sports geworden sind.
Golfstaaten gehören zu den wichtigsten Geldgebern
Insgesamt stehen derzeit fünf Rennen in der Region im Formel-1-Kalender: Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, Abu Dhabi und Aserbaidschan. Gemeinsam bringen diese Veranstaltungen laut Schätzungen über 250 Millionen Dollar an jährlichen Promoter-Gebühren ein.
Bahrain zahlt demnach rund 45 Millionen Dollar, Saudi-Arabien und Katar jeweils etwa 55 Millionen Dollar. Abu Dhabi steuert ungefähr 42 Millionen Dollar bei, während Aserbaidschan mit rund 57 Millionen Dollar sogar die höchsten Gebühren auf dem Kalender zahlen soll.
Zum Vergleich: Traditionsrennen in Europa liegen deutlich darunter. Silverstone zahlt rund 26 Millionen Dollar, während Monza zwischen 20 und 30 Millionen Dollar überweist.
Sicherheit wichtiger als Geld
Trotz der hohen Einnahmen stellte die Formel 1 klar, dass wirtschaftliche Interessen bei der Entscheidung keine Rolle gespielt hätten. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem betonte, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Auch Formel-1-Boss Stefano Domenicali sprach von einer schwierigen, aber notwendigen Entscheidung angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten.
Formel 1: Aktualisierter Rennkalender 2026
- Rennen: 08.03.2026 – Großer Preis von Australien (Melbourne)
- Rennen: 15.03.2026 – Großer Preis von China (Shanghai)
- Rennen: 29.03.2026 – Großer Preis von Japan (Suzuka)
- Rennen: 03.05.2026 – Großer Preis von Miami (Miami)
- Rennen: 24.05.2026 – Großer Preis von Kanada (Montreal)
- Rennen: 07.06.2026 – Großer Preis von Monaco (Monte Carlo)
- Rennen: 14.06.2026 – Großer Preis von Spanien (Barcelona)
- Rennen: 28.06.2026 – Großer Preis von Österreich (Spielberg)
- Rennen: 05.07.2026 – Großer Preis von Großbritannien (Silverstone)
- Rennen: 19.07.2026 – Großer Preis von Belgien (Spa-Francorchamps)
- Rennen: 26.07.2026 – Großer Preis von Ungarn (Hungaroring)
- Rennen: 23.08.2026 – Großer Preis der Niederlande (Zandvoort)
- Rennen: 06.09.2026 – Großer Preis von Italien (Monza)
- Rennen: 13.09.2026 – Großer Preis von Spanien (Madrid)
- Rennen: 26.09.2026 – Großer Preis von Aserbaidschan (Baku)
- Rennen: 11.10.2026 – Großer Preis von Singapur (Singapur)
- Rennen: 25.10.2026 – Großer Preis der USA (Austin)
- Rennen: 01.11.2026 – Großer Preis von Mexiko (Mexiko-Stadt)
- Rennen: 08.11.2026 – Großer Preis von São Paulo (São Paulo)
- Rennen: 21.11.2026 – Großer Preis von Las Vegas (Las Vegas)
- Rennen: 29.11.2026 – Großer Preis von Katar (Lusail)
- Rennen: 06.12.2026 – Großer Preis von Abu Dhabi (Abu Dhabi)
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