Mercedes klärt die Flügel-Aufregung: Kein Trick, sondern ein Problem im System. Die FIA akzeptiert die Erklärung, ein Vorteil entstand wohl nicht.
Die Diskussion um den auffälligen Frontflügel von Mercedes hat im Fahrerlager für ordentlich Wirbel gesorgt. Nach Videoaufnahmen aus China witterte die Konkurrenz schnell einen möglichen Trick, doch die Silberpfeile liefern jetzt ihre eigene Erklärung.
Und die fällt deutlich weniger spektakulär aus als vermutet. Wie Autosport aus dem Umfeld von Mercedes erfahren hat, soll es sich nicht um eine bewusst entwickelte Lösung handeln, sondern vielmehr um ein technisches Problem. Konkret geht es um die Verstellung des Frontflügels, die auf den Onboards ungewöhnlich langsam und teilweise sogar in zwei Phasen ablief.

Genau das hatte die Aufmerksamkeit der Konkurrenz geweckt. Mercedes erklärt den Effekt mit einem Problem im hydraulischen System. Demnach sei der Flügel nicht wie vorgesehen in der vorgeschriebenen Zeit verstellt worden, weil schlicht nicht genügend Druck vorhanden war, um die Bewegung sauber und schnell auszuführen.
Das Ergebnis: eine verzögerte Anpassung zwischen Gerade und Kurve und ein Verhalten, das wie ein möglicher Trick wirkte.
Kein Vorteil für Mercedes?
Ein echter Vorteil soll daraus aber nicht entstanden sein. Im Gegenteil: Durch die verzögerte Reaktion könnte die Balance des Autos beim Anbremsen sogar beeinträchtigt worden sein.
Auch die FIA hat sich mit dem Thema beschäftigt und offenbar keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Die Erklärung des Rennstalls wurde akzeptiert, ein bewusster Regelverstoß liegt nach aktuellem Stand nicht vor.
Dennoch zeigt der Fall wieder einmal, wie sensibel die Teams aktuell auf mögliche Grauzonen reagieren. Mercedes selbst arbeitet bereits daran, das Problem zu beheben. Denn auch wenn kein Vorteil entstanden ist, will man solche Diskussionen künftig vermeiden.
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