Domenicali kontert Kritik am 2026-Racing: „Ein Überholmanöver ist ein Überholmanöver“ und wirft Fans ein „kurzes Gedächtnis“ vor.
Die Kritik an den neuen 2026er-Regeln reißt nicht ab, doch jetzt geht Stefano Domenicali in die Offensive. Der Formel-1-Boss stellt sich klar gegen Vorwürfe von „künstlichem Racing“.
Unter anderem steht das neue, teils wilde, Hin und Her auf der Strecke. Mehr Elektro-Power, Overtake-Mode und taktisches Energiemanagement sorgen für Situationen, in denen Fahrer teils „ungewollt“ überholen.
Für Domenicali kein Problem. „Einige sagen, das Überholen sei künstlich. Was ist künstlich? Ein Überholmanöver ist ein Überholmanöver“, so der Serienchef bei Autosport.
Formel-1-Boss: „Die Leute haben ein kurzes Gedächtnis“
Der Italiener geht sogar noch weiter und wirft Kritikern mangelndes Erinnerungsvermögen vor: „Die Leute haben ein kurzes Gedächtnis.“

Sein Argument: Auch früher sei Racing nie „rein“ gewesen. „In den 80ern – in der Turbo-Ära – gab es Lift and Coast, verschiedene Turbos, man musste Sprit sparen. Das war schon immer Teil der Formel 1.“
Damit versucht Domenicali gezielt die aktuelle Debatte um das Energiemanagement kontern, das von vielen Fahrern scharf kritisiert wird. Denn: Aufgrund des ständigen Aufladens der Batterie für die langen Geraden verlieren Kurven ihren Reiz, Autos trotz Vollgas plötzlich Geschwindigkeiten bis teils 100 km/h.
Diskussionen laufen weiter
Trotz seiner klaren Haltung ist das Thema längst nicht abgeschlossen. Die FIA arbeitet bereits an möglichen Anpassungen.
Nach dem ersten Meeting am 9. April finden aktuell weitere Gespräche statt, spätestens bis zum 20. April soll entschieden werden, ob kurzfristige Änderungen möglich sind, rechtzeitig vor dem nächsten Rennen in Miami.
„Kritik nur um der Kritik willen hilft niemandem und ist völlig sinnlos. Es gibt Meetings vor Miami, um zu prüfen, was wir verbessern können“, sagt der 60-Jährige.
Domenicali: „Wir betrachten zwei Aspekte. Der erste ist das Qualifying – wir wollen sicherstellen, dass die Fahrer so viel wie möglich pushen können, entweder mit voller Leistung oder beim harten Anbremsen. Dann geht es um die Sicherheit und die Bedenken der Fahrer.“
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