Formel 1

Audi greift bei Testfahrt das wichtigste Problem an

Formel 1 Nico Hülkenberg Audi Japan 2026
Nico Hülkenberg. Credit: Audi
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Audi hat ein massives Problem, und zwar ausgerechnet dort, wo Rennen entschieden werden: beim Start.

Die Bilanz ist ernüchternd. In Australien, China und Japan verloren die beiden Audi-Piloten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto regelmäßig Positionen direkt nach dem Start.

In Suzuka war der Tiefpunkt erreicht: Gemeinsam büßten beide Fahrer zehn Plätze auf der ersten Runde ein. Bortoleto fand danach klare Worte: „Schrecklich“.

Auch Nico Hülkenberg sieht ein Muster: „Das ist ganz klar ein Thema.“ Logisch, dass man aktuell beim Filmtag in Monza genau daran feilt. Ein Video zeigt, wie Audi dort auch Starts übt.

Audi am Start: Vier Plätze Verlust im Schnitt

Die Zahlen zeigen, wie gravierend das Problem ist. Im Schnitt verlieren die Piloten des deutschen Teams rund vier Plätze pro Start. Nur einmal in dieser Saison kam ein Auto der vier Ringe nach der ersten Runde besser platziert zurück als gestartet – und selbst das nur mit Glück und fremder Hilfe.

Klar ist: Das Problem liegt nicht am Fahrer, sondern am Auto.

Formel 1 Nico Hülkenberg Audi Japan 2026
Nico Hülkenberg. Credit: Audi

Besonders bitter: Eine kurzfristige Verbesserung ist nicht zu erwarten. „Wir können uns ein bisschen verbessern, aber kurzfristig nicht auf Ferrari-Niveau kommen“, verrät Bortoleto. Und weiter: „Wir werden wohl noch eine Weile kämpfen.“

Damit ist klar: Audi steht vor einer größeren Baustelle.

Audi: Technik als Hauptproblem

Der Ursprung liegt tief im technischen Konzept. Die aktuellen Formel-1-Regeln machen Starts komplizierter denn je. Ohne die frühere MGU-H und mit eingeschränkter Nutzung der MGU-K müssen Fahrer und Teams den perfekten Punkt treffen. 

Dabei müssen die Teams den Turbolader auf die richtige Drehzahl bringen, die Batterie optimal vorbereiten und das Timing exakt abstimmen. Schon kleine Abweichungen kosten sofort Zeit.

Während Audi kämpft, zeigt Ferrari, wie Starts funktionieren. Ein entscheidender Faktor dabei der Turbolader. Die Italiener setzen auf einen kleineren Turbo. Der Vorteil: schnelleres Hochdrehen und bessere Kontrolle beim Start.

Der Formel-1-Neueinsteiger geht offenbar den entgegengesetzten Weg – mit einem größeren Turbo. Der bringt zwar Vorteile bei der Leistung, macht den Start aber deutlich schwieriger.

Bortoleto bestätigt indirekt: „Die Prozedur ist bei allen sehr ähnlich. Ich glaube einfach, dass einige Teams das Auto etwas anders entwickelt haben, um bessere Starts zu haben.“

Formel 1 Mattia Binotto Audi Japan 2026
Mattia Binotto. Credit: Audi

Und weiter: „Ich glaube nicht, dass irgendein Team gedacht hat, dass Starts so schwierig werden. Bei uns ist es aktuell wirklich schlecht. Wir wissen, dass es für uns sehr schwierig ist, und wir müssen uns da verbessern.“

Audis Projektleiter Binotto macht Druck

Audi-Projektchef Mattia Binotto hat das Problem längst zur Chefsache erklärt.

„Das ist aktuell definitiv nicht unsere Stärke“, sagt er. „Der Grund, warum wir das bisher nicht gelöst haben, ist, dass es keinen offensichtlichen Fix gibt.“

Besonders frustrierend: Das Team hat eigentlich ein gutes Qualifying-Tempo. Doch das bringt wenig, wenn man die hart erkämpften Positionen im Mittelfeld am Start sofort wieder verliert.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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