Der Kanada-Sprint sorgt bei Mercedes für mächtig Zündstoff. Nach dem harten Duell zwischen George Russell und Kimi Antonelli muss Teamchef Toto Wolff sogar persönlich am Funk eingreifen.
Der Kanada-Sprint liefert Mercedes-Benz zwar den Doppelsieg, doch danach spricht fast jeder nur noch über den heftigen Zweikampf zwischen George Russell und WM-Leader Kimi Antonelli. Jetzt macht Teamchef Toto Wolff eine klare Ansage.
Schon während des Rennens kracht es am Funk mehrfach. Antonelli fühlt sich von Russell unfair behandelt, nachdem ihn der Teamkollege ins Gras gedrückt hat.
„Das war schon ziemlich grenzwertig“, funkt der Italiener zunächst. Kurz darauf legt er nach: „Das ist eine Strafe. Ich war auf Spiegelhöhe.“ Und selbst später beruhigt sich der 19-Jährige nicht wirklich: „Ist mir egal – er hat mich von der Strecke gedrückt.“
Toto Wolff stoppt Antonelli am Funk
Irgendwann reicht es Wolff. Der Mercedes-Boss greift persönlich ein und bremst seinen jungen WM-Leader am Funk ein: „Kimi, konzentrier‘ dich aufs Fahren und kein Gemotze am Funk!“
Doch selbst nach der Zieldurchfahrt meckert Antonelli weiter. Wolffs knappe Antwort: „Das klären wir intern.“
Mehr Lesen
Später erklärt der Mercedes-Teamchef bei Sky: „Das war natürlich gutes Kino. Aber gleichzeitig auch eine wichtige Lerngeschichte – wie wir es machen wollen oder vielleicht eben nicht. Und wie schnell man dabei einen Platz verlieren kann.“ Hintergrund: Antonelli wurde am Ende hinter Lando Norris nur noch Dritter.
Wolff verteidigt beide Fahrer
Trotz der deutlichen Worte stellt sich Wolff grundsätzlich vor seine Fahrer, erwartet aber von George Russell kein freiwilliges Platzmachen.
„Wenn da nicht der Teamkollege fährt, sondern jemand anderes, erwartet man auch nicht, dass plötzlich einer aufmacht“, lautet die Ansage an Antonelli. „Gerade im WM-Kampf geht das nicht.“ Gleichzeitig weiß der Österreicher, dass die Emotionen durchaus mal hochkochen können. „Du kannst keinen Löwen im Auto haben und am Funk einen Welpen.“

Trotzdem kündigt Wolff Konsequenzen an. „Mein Learning ist, dass wir solche Situationen früher einbremsen müssen und nicht öffentlich austragen sollten“, erklärt er. Sogar eine interne „Strafzahlung“, die es zu Zeiten des Hassduells zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg mal gab, bringt der Teamchef scherzhaft ins Spiel: „Diese Regel haben wir lange nicht mehr gebraucht. Da muss ich mir wohl etwas überlegen.“
Ralf Schumacher sieht erst den Anfang
Auch Ralf Schumacher erkennt nach dem Sprint großes Konfliktpotenzial innerhalb des Mercedes-Teams. „Das ist nur ein Vorgeschmack“, sagt der Experte bei Sky. „Das wird noch nicht vorbei sein“, sagt der Sky-Experte. Besonders Russell dürfte der neue interne Konkurrenzkampf zusetzen. „Man merkt schon, dass ihn wurmt, dass sein junger Teamkollege aktuell schneller ist.“
Mehr lesen
Antonelli selbst bekommt von Schumacher dagegen viel Lob. „Ich finde, er macht das trotz seines Alters mit erstaunlich viel Maß und Ziel.“ Die vielen Funksprüche seien zwar vielleicht „einer zu viel“ gewesen, aber eben auch typisch „Jugend forsch“.
FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!