George Russell erlebt in Monaco den nächsten Rückschlag im Titelkampf – und ausgerechnet jetzt nehmen die Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Max Verstappen zu Mercedes wieder Fahrt auf.
Er stand da wie ein Häufchen Elend, mit wässrigen Augen und Schweiß auf der Stirn. Während Teamkollege Kimi Antonelli seine nächste Pole Position einfährt und die WM inzwischen mit 43 Punkten Vorsprung anführt, kam George Russell im Qualifying zum GP Monaco nicht über Rang sechs hinaus. Eine herbe Niederlage im teaminternen Duell und auf dem Weg zum ersehnten WM-Titel. Nach Lando Norris im vergangenen Jahr wollte es in dieser Saison eigentlich sein Landsmann Russell sein, der sich im bisher besten Auto der neuen Fahrzeug-Generation die Formel-1-Krone aufsetzt.
Stattdessen steht der Mercedes-Star nun vor einem Rätsel – und möglicherweise auch vor einer richtungsweisenden Phase seiner Karriere.
Russell ratlos nach Qualifying-Pleite
Zur Erinnerung: Noch vor Saisonbeginn galt Russell als heißer Favorit auf den WM-Titel. Nach seinem Sieg beim Auftakt in Melbourne schien sich diese Einschätzung zu bestätigen. Doch seitdem läuft vieles gegen den Mercedes-Piloten. In Monaco fehlten ihm erneut fast vier Zehntelsekunden auf Teamkollege Antonelli.
„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was gerade los ist“, räumte Russell ein. „Offensichtlich gibt es etwas in meinem Fahrstil, das dem Auto im Moment nicht hilft.“
Besonders wundert den Briten, dass er zu Saisonbeginn noch problemlos mit Antonelli mithalten konnte: „In Melbourne und auch in China war praktisch jede Runde gut. In den vergangenen Rennen war ich dagegen nirgendwo. Selbst in Kanada war ich bis zur letzten Runde von Q3 nicht konkurrenzfähig. Ich habe aktuell keine Antwort darauf.“
Antonelli zieht davon
Während Russell verzweifelt nach Erklärungen sucht, sammelt Antonelli Siege und Pole Positions. Nach seinem Triumph in Kanada steht der Italiener bereits bei vier Grand-Prix-Siegen in Folge und gilt auch in Monaco als Favorit.
Sein britischer Kollege sieht einen wichtigen Unterschied im Fahrstil. „Er bekommt die Reifen einfach in ein besseres Arbeitsfenster als ich“, erklärt der Mercedes-Pilot. „Die Balance kommt bei ihm leichter zustande und dadurch kommt die Rundenzeit fast von selbst.“

Das Problem: Genau diese Entwicklung soll Mercedes-Teamchef Toto Wolff nun besonders aufmerksam beobachten. Russell ist innerhalb weniger Wochen vom Hoffnungsträger zum Problemfall geworden.
Verstappen-Gerüchte setzen Russell unter Druck
Wie immer in der schnelllebigen Formel 1 triggert das Spekulationen. Wie mehrere Medien berichten – unter anderem Max Verstappens Haus- und Hofzeitung DeTelegraaf – will Mercedes die Situation in den kommenden Monaten genau analysieren. Dabei immer im Blick: Eben jener Verstappen und seine Achterbahnfahrt bei Red Bull Racing.
Der viermalige Weltmeister besitzt beim Team des österreichischen Energy-Drink-Giganten zwar einen Vertrag bis Ende 2028. Allerdings sollen Klauseln einen vorzeitigen Abschied ermöglichen – je nachdem, wie konkurrenzfähig Red Bull gerade ist.
Dazu passt: Wolff macht seit Jahren kein Geheimnis daraus, dass er Verstappen gerne in Silber sehen würde. Schon 2025 bestätigte der Mercedes-Teamchef Gespräche mit dem Management des Niederländers.

Russell muss deshalb hoffen, dass Verstappen und Red Bull nach einem schwierigen Saisonstart doch noch um die WM fahren können – sonst dürfte es ungemütlich werden für den Briten. Sein Vertrag läuft offiziell nur ein weiteres Jahr bis Ende 2026, mindestens aber hat auch er leistungsbezogene Klauseln, die Mercedes einen Abschied zum Saisonende ermöglichen.
Wolff stärkt Russell öffentlich den Rücken
Allein: Nach dem Monaco-Qualifying bemühte sich Wolff, die Diskussionen zu entschärfen. „Wir haben uns bei George im Set-up vertan“, erklärte der Österreicher. „George kann’s. Ich kann mir keinen besseren Teamkollegen vorstellen.“
Gleichzeitig machte der Teamchef deutlich, dass er Russell im WM-Kampf noch längst nicht abgeschrieben hat. „Über die Dauer einer Weltmeisterschaft wird er noch kommen.“
Für Russell beginnt damit eine entscheidende Phase der Saison. Während Antonelli aktuell der neue Mercedes-Star am Horizont ist, muss der Brite nicht nur den Anschluss im Titelrennen halten, sondern womöglich auch beweisen, warum Mercedes für die Zukunft keinen Max Verstappen braucht.
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