Lewis Hamilton jubelte in Barcelona über seinen ersten Ferrari-Sieg. Bei Mercedes herrschte dagegen Frust. Nicht nur wegen des späten Ausfalls von WM-Spitzenreiter Andrea Kimi Antonelli, sondern auch wegen einer Frage, die sich das Team nach dem Rennen stellen muss: Hat Mercedes den Sieg selbst verschenkt?
Toto Wolff jedenfalls deutete nach dem Grand Prix an, dass mehr drin gewesen wäre. Der Mercedes-Teamchef ist überzeugt, dass Antonelli das Rennen hätte gewinnen können. Allerdings verlor der Italiener im teaminternen Duell mit George Russell wertvolle Zeit.
„Ich glaube schon, dass Kimi hätte gewinnen können“, erklärte Wolff. Doch weil Mercedes beide Fahrer frei gegeneinander kämpfen ließ, habe man mehrere Sekunden verloren. „Wir haben sie fahren lassen“, sagte der Österreicher. Dadurch seien „wahrscheinlich fünf oder sechs Sekunden“ verloren gegangen.
Kommt jetzt die Stallorder?
Die Aussage ist brisant. Denn bislang hatte Mercedes seinen Fahrern freie Fahrt gewährt. Nach dem Rennen in Barcelona klingt es jedoch erstmals so, als könnte sich das ändern.

Vor allem deshalb, weil Ferrari mit Hamilton offenbar wieder ein ernsthafter Gegner im Titelkampf geworden ist. „Wenn man mit Ferrari jetzt einen echten Gegner in der WM hat, dann muss man vielleicht auch manchmal den Schnelleren ziehen lassen“, erklärte Wolff.
Eine klare Stallorder-Ankündigung ist das zwar nicht. Doch die Richtung ist eindeutig: Sollte sich eine ähnliche Situation in den kommenden Rennen wieder ergeben, könnte Mercedes deutlich früher eingreifen.
Wolff: So kann man keine WM gewinnen
Noch mehr ärgerte den Teamchef allerdings der erneute technische Defekt. Antonelli lag aussichtsreich im Rennen, ehe sein Mercedes wenige Runden vor Schluss den Dienst quittierte. Es war bereits der nächste kostspielige Ausfall für die Silberpfeile in dieser Saison.

„Ich bin gar nicht zufrieden“, stellte Wolff klar. „Das kann nicht passieren, wenn du um eine WM fährst, dass du abwechselnd mit irgendeinem Auto Ausfälle hast, wenn du dicke Punkte machen kannst.“
Trotz des Ausfalls reist Antonelli weiterhin als WM-Spitzenreiter nach Österreich. Doch nach Barcelona weiß Mercedes: Gegen Ferrari reichen reine Geschwindigkeitsvorteile nicht mehr aus. Jetzt müssen auch Strategie und Zuverlässigkeit stimmen.
FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!