Schockmoment am Norisring: Nach dem schweren Unfall zwischen Maximilian Paul und Kelvin van der Linde gibt es erste Diagnosen.
Der schwere Unfall beim DTM-Rennen auf dem Norisring hat Folgen: Maximilian Paul (25) und Kelvin van der Linde (30) können beim zweiten Lauf am Sonntag nicht antreten.
Paul, der am Samstag mit seinem Lamborghini Temerario GT3 mit hoher Geschwindigkeit in den BMW von van der Linde gekracht war, musste in der Nacht operiert werden. Der Lamborghini-Pilot erlitt eine Verletzung im Bereich des linken Fußes beziehungsweise Unterschenkels.
GRT-Teamchef Gottfried Grasser gab am Sonntagmorgen bei ProSieben Entwarnung: „Den Umständen entsprechend geht es ihm gut, er ist wegen einer Verletzung im unteren Fußbereich operiert worden. Die OP ist gut verlaufen, das ist das Wichtigste.“
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Wann Paul wieder ins Auto steigen kann, ist noch offen. Gerade die betroffene Stelle ist für Rennfahrer kritisch. Grasser erklärt: „Der linke Fuß ist der Bremsfuß und die Jungs müssen mit 130 bar Druck bremsen. Die Genesung muss anständig sein, damit alles verheilt.“
DTM am Norisring: Rätsel um Unfallursache
Der Crash ereignete sich am Samstag in der Grundig-Kehre. Paul verlor beim Anbremsen die Kontrolle über seinen Lamborghini, schlug zunächst in die Leitplanke ein und wurde anschließend in den BMW von van der Linde geschleudert.
Nach Angaben seines Teams deuten die Fahrzeugdaten nicht auf einen technischen Defekt hin. Grasser vermutet eine Ölspur als möglichen Auslöser: „Es gab einen McLaren-Unfall, wo Glock viel Öl verloren hat. Er hat das Auto wohl auf der Ölspur verloren.“
Dem widerspricht Dörr-Motorsport-Projektleiter Volker Strycek: „Was man uns unterstellt, ist völlig sinnlos. Wir haben 0,7 Liter Öl als Spray-Nebel verloren.“ Auch Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock glaubt nicht, dass der Ölverlust seines McLaren die Ursache war.
Van der Linde: „Das war heftig“
Kelvin van der Linde hatte Glück im Unglück. Der BMW-Pilot konnte selbst aussteigen und wurde nach Untersuchungen im Krankenhaus wieder entlassen. Dennoch verzichtet er auf den zweiten Lauf.

Schubert-Teamchef Torsten Schubert erklärt: „Kelvin hat ein paar Prellungen, es ist aber nichts gebrochen. Wir gehen davon aus, dass er in 14 Tagen am Lausitzring wieder fahren kann.“
Van der Linde meldete sich nach dem Schock selbst: „Das war heftig. Ich bin froh, dass nix Schlimmes passiert ist. Es tut schon einiges weh. Auto fahren ist für mich heute erst mal nicht das Richtige.“
Thiim jagt nächsten Sieg
Sportlich geht es am Norisring ohne Paul und van der Linde weiter. Nur 19 Autos nahmen am Sonntag am Qualifying teil. Nicki Thiim setzte seine starke Form fort: Nach Pole und Sieg am Samstag stellte der Aston-Martin-Pilot sein Auto erneut auf Startplatz eins.

Neben ihm startet Ford-Pilot Finn Wiebelhaus aus der ersten Reihe. Dahinter folgen Arjun Maini im zweiten Ford und Ben Dörr im McLaren. Die dritte Reihe teilen sich die Mercedes-AMG-Piloten Lucas Auer und Jules Gounon.
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