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Formel 1 2026: Turbo-Start wird zur Zitterpartie

Formel 1 Kimi Antonelli Mercedes Bahrain Test 2026
Kimi Antonelli. Credit: Getty Images/Mercedes

Neue Motoren, neue Aerodynamik – und plötzlich wird selbst der Start zur Wissenschaft.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Neue Motoren, neue Aerodynamik – und plötzlich wird selbst der Start zur Wissenschaft.

Die neue Formel 1 wird radikal. Im Fokus: ein leichteres Auto, weniger Abtrieb und ein Antrieb, bei dem der E-Motor fast 50 Prozent der Energie beisteuert. Doch was auf dem Papier nach Hightech klingt, sorgt in der Praxis für neue Probleme. Vor allem beim Start.

Bei einem Treffen der Formel-1-Kommission wurden kürzlich mehrere sicherheitsrelevante Punkte diskutiert. Im Fokus: der neue „Straight Mode“ und das Startprozedere ohne MGU-H.

Start: Kein Straight Mode bis Kurve 1

Der „Straight Mode“ ist Teil des 2026er-Reglements. Wird er aktiviert, flachen Front- und Heckflügel ab, der Luftwiderstand sinkt, das Auto wird auf Topspeed getrimmt. Eine Art aerodynamischer Sparmodus für die Gerade.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Bahrain Test 2026
Charles Leclerc. Credit: Joe Portlock/Getty Images/Pirelli

Doch genau hier zog die Kommission nun die Reißleine: Vom Start bis zur ersten Kurve soll der Straight Mode nicht genutzt werden dürfen. 

Der Hintergrund ist klar: Mit offenen oder flachgestellten Flügeln direkt nach dem Erlöschen der Ampeln drohen instabile Autos im dicht gedrängten Feld. Ein unnötiges Risiko.

Start ohne MGU-H: Das Turboloch ist zurück

Noch größer ist die Baustelle beim Motor. Mit dem Wegfall der MGU-H kehrt das klassische Turboloch zurück. Die Fahrer müssen den Motor in der Startaufstellung bis zu zehn Sekunden lang hochdrehen, damit der Turbo genug Druck aufbaut.

Verpasst ein Pilot das Timing, droht der Anti-Stall-Modus. Besonders kritisch wird es für Fahrer am Ende des Feldes. Hinzu kommt: Die MGU-K darf in der Startaufstellung nicht genutzt werden, um den Turbo vorzuspannen. Erst ab 50 km/h ist sie freigegeben. Das macht das Timing noch heikler.

Deshalb hat der Automobilweltverband FIA eine Zusatz-Wartezeit von fünf Sekunden eingeführt, die mit blauen Lichtern signalisiert wird.

Fest steht: 2026 wird vieles anders. Starts werden komplizierter, Energiemanagement wird zur Schlüsselkompetenz, und selbst die Aerodynamik greift stärker ins Renn­geschehen ein. Die Formel 1 bekommt eine neue Dynamik und die ersten Rennen werden zeigen, ob sie auch die richtige ist.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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