Andrea Kimi Antonelli führt die Formel 1 souverän an. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve erkennt beim Mercedes-Star bereits die Mentalität eines Champions.
Jacques Villeneuve hat eine interessante Entwicklung bei Andrea Kimi Antonelli ausgemacht. Der Ex-Weltmeister und ehemalige Rivale von Michael Schumacher glaubt, dass der Mercedes-Pilot langsam die Mentalität eines Champions entwickelt und sich das auch am Funk bemerkbar macht.
Antonelli ist souveräner WM-Spitzenreiter in Barcelona. Nach fünf Siegen in Folge führt der 19-Jährige die Fahrerwertung mit 68 Punkten Vorsprung an und strotzt vor Selbstvertrauen. Genau diese neue Haltung fiel Villeneuve während des Trainings besonders auf.

Antonelli bereits mit Weltmeistermentalität?
„Er verhält sich mittlerweile wie Fahrer, die schon Weltmeister geworden sind“, erklärte der Kanadier bei Sky. „Er ist nicht mehr der Lernende. Er führt die Weltmeisterschaft an und das gibt ihm das Gefühl von Macht.“
Auslöser für die Aussage waren mehrere Funksprüche des Mercedes-Piloten. Antonelli ärgerte sich im Training mehrfach über Verkehr auf seiner schnellen Runde und fragte genervt: „Warum habe immer ich Verkehr? Ich verstehe das nicht. In Kurve eins waren auf meiner ersten Runde gleich vier Autos vor mir!“
Sein Renningenieur Peter Bonnington reagierte mit Humor: „Leider lasse ich die Autos nicht aus der Garage fahren. Sie fahren raus, wann sie wollen.“
Villeneuve sieht darin jedoch mehr als nur Frust. Für ihn zeigt sich, dass Antonelli inzwischen mit einem ganz anderen Selbstverständnis auftritt. „Er hat seinen Teamkollegen bislang klar im Griff gehabt und führt die WM an“, sagte Villeneuve. „Das verändert die Einstellung eines Fahrers. Er glaubt an sich und spürt diese Autorität.“
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Gleichzeitig warnt der Weltmeister von 1997 davor, dass sich das Blatt schnell wenden kann. In Barcelona geriet Antonelli im dritten Freien Training bereits mit Lance Stroll aneinander. Nachdem der Mercedes-Pilot den Aston-Martin-Fahrer auf der Strecke behindert hatte, sprach die FIA eine Verwarnung wegen „erratischer Fahrweise“ aus.
Nach seinem historischen Grand Slam in Monaco und fünf Siegen in Serie scheint Antonelli endgültig im Kreis der ganz Großen angekommen zu sein, auch wenn Villeneuve glaubt, dass die neue Rolle ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringt. Einer muss er sich nun in Barcelona stellen, in Katalonien ist nämlich bisher der Teamkollege George Russell der schnellere Mann.
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