Formel 1

Ferrari blockierte Regel-Änderung: Droht 2026 Start-Chaos in der Formel 1?

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Bahrain Test 2026
Charles Leclerc. Credit: Joe Portlock/Getty Images/Pirelli
Bianca Garloff
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Die neuen Formel-1-Autos sorgen nicht nur auf der Strecke für Diskussionen – sondern schon vor dem Erlöschen der Startampel.

Die Startprozedur der neuen Formel-1-Generation 2026 steht vor einer möglichen Überarbeitung, doch ausgerechnet Ferrari soll eine entsprechende Regeländerung im vergangenen Jahr blockiert haben. Jetzt flammt die Diskussion neu auf.

Schon in den ersten Tests zeigte sich: Ein perfekter Rennstart ist mit den neuen Autos deutlich komplexer als bisher. Fahrer müssen rund zehn Sekunden vor dem Erlöschen der Ampel den Turbo auf Drehzahl halten, um das Turboloch zu minimieren, dürfen dabei aber die Batterie nicht überladen.

Fahrer warnen vor komplizierten Starts

Audi-Pilot Gabriel Bortoleto warnt: „Es ist kompliziert. Du verlierst schnell den Überblick. Letztes Jahr war es deutlich einfacher.“ Bestes Beispiel: Franco Colapinto, der seinen Alpine beim Startversuch auf der Start-Ziel-Geraden beinahe in die Bande setzte.

Der Grund liegt im neuen Motoren-Reglement. Die elektrische Zusatzleistung (MGU-K) darf erst ab 50 km/h eingesetzt werden. Beim Losfahren sind die Piloten also vollständig auf den Verbrennungsmotor angewiesen. Gleichzeitig darf im Stand nur negativ geladen werden – also Energie rekuperiert, nicht abgegeben.

Heißt: Kein elektrischer „Boost“ beim Anfahren. Wer den Turbo nicht optimal vorbereitet, kommt kaum weg.

Sicherheitsrisiko durch Fehlstarts?

Im Fahrerlager wächst die Sorge. Interne Analysen sollen zeigen, dass aktuell etwa jeder zwanzigste Start misslingt. Bei 20 Autos im Feld bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei jedem Rennen mindestens ein Fahrzeug extrem schlecht wegkommt, ist hoch.

Allein: Ein zu langsamer Start erhöht das Unfallrisiko erheblich – vor allem im Mittelfeld.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Bahrain Test 2026
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Fahrer am Ende des Feldes haben oft nur wenige Sekunden zwischen dem Einparken in ihre Startbox und dem Beginn der Ampelsequenz. Ob genug Zeit bleibt, um den Turbo vollständig „aufzuspulen“, ist fraglich. Cadillac-Pilot Valtteri Bottas äußerte bereits Zweifel.

In der kommenden F1-Kommission könnte das Thema offiziell diskutiert werden. Im Raum stehen zwei Optionen. Erstens: eine Mindestzeit zwischen dem Einparken des letzten Autos und dem Beginn der Startampel einzuführen. Zweiten: die Batterie-Regeln für die ersten Meter anzupassen, um das Turbo-Loch zu kompensieren.

Bereits für 2026 wurde die Ampel-Sequenz standardisiert: Jede der fünf roten Lampen muss im Ein-Sekunden-Takt aufleuchten. Doch das reicht offenbar nicht.

Ferrari blockierte Änderung

Brisant: Nach Informationen aus dem Fahrerlager soll im vergangenen Sommer bereits ein Vorschlag zur Anpassung der Startprozedur auf dem Tisch gelegen haben. Dieser wurde jedoch von Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur blockiert.

Seine Argumentation: Die Turbo-Problematik sei bei der Entwicklung der neuen Power Units bekannt gewesen. Wer seinen Motor nicht entsprechend ausgelegt habe, müsse nun mit den Konsequenzen leben. Eine nachträgliche Regeländerung wäre unfair gegenüber jenen Teams, die ihre Konzepte von Beginn an startoptimiert aufgebaut hätten.

Das deutet darauf hin, dass Ferrari beim Turboloch möglicherweise weniger Probleme hat als andere Hersteller.

Ob sich Ferrari diesmal erneut querstellt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Sollte es in Australien zu mehreren Fehlstarts oder gar Kollisionen kommen, dürfte der Druck auf die FIA schnell steigen.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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