Formel 1

FIA greift bei Motoren durch! Verliert Mercedes jetzt seinen größten Vorteil?

Formel 1 George Russell Mercedes Kanada 2026
George Russell. Credit: Clive Mason/Getty Images
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Pünktlich vor dem Monaco-GP schaut die FIA bei den Motoren genauer hin. Die neue Regel könnte. ausgerechnet WM-Spitzenreiter Mercedes treffen.

Fünf Rennen, fünf Siege: Mercedes dominiert die Formel-1-Saison 2026 bislang nach Belieben. Doch kurz vor dem Monaco-GP steht das Weltmeisterteam vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Seit dem 1. Juni gilt eine neue FIA-Vorgabe für die Motoren – und die könnte den Silberpfeilen erstmals wehtun.

Zur Erinnerung: Hinter der Mercedes-Dominanz steckt nicht nur ein starkes Auto, sondern womöglich auch eine besonders clevere Interpretation des neuen Motorenreglements. Der Knackpunkt: Das vorgeschriebene Verdichtungsverhältnis der Antriebseinheiten beträgt 16:1. Gemessen wurde dieser Wert bislang bei Umgebungstemperatur und im Stillstand.

Formel 1 Andrea Kimi Antonelli Mercedes Kanada 2026
Andrea Kimi Antonelli. Credit: Minas Panagiotakis/Getty Images

Allerdings soll es Mercedes gelungen sein, das Verdichtungsverhältnis bei Betriebstemperatur deutlich zu erhöhen. Im Fahrbetrieb sollen dank spezieller Materialien, die sich bei Hitze ausdehnen, Werte von bis zu 18:1 erreicht werden.

Der mögliche Vorteil: mehr Leistung, bessere Effizienz und laut Schätzungen bis zu 20 zusätzliche PS. Auf manchen Strecken könnte das bis zu drei Zehntelsekunden pro Runde ausgemacht haben.

Mercedes-Motortrick: Ferrari, Audi und Honda machten Druck

Kein Wunder also, dass die Konkurrenz Alarm schlug. Vor allem Ferrari, Audi und Honda drängten die FIA, die Situation genauer zu untersuchen. Allein: Die Regelhüter konnten zunächst keinen eindeutigen Regelverstoß feststellen. Heißt auch: Mercedes bewegte sich innerhalb des Wortlauts des Reglements.

Trotzdem reagierte die FIA. Gemeinsam mit den Motorenherstellern wurde eine neue Prüfmethode entwickelt. Seit dem 1. Juni müssen die Hersteller nun nachweisen, dass das vorgeschriebene Verdichtungsverhältnis nicht nur bei Raumtemperatur, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius eingehalten wird.

Formel 1 Toto Wolff und Kimi Antonelli Mercedes China 2026
Toto Wolff und Kimi Antonelli. Credit: Dom Gibbons/LAT Images

Genau diese Änderung könnte Mercedes treffen. Denn sollte der bisherige Vorteil tatsächlich auf dem Temperaturverhalten der Bauteile beruhen, müssten die Silberpfeile ihre Konstruktion anpassen.

Monaco liefert erste Antworten

Ob sich dadurch die Kräfteverhältnisse tatsächlich verschieben, wird sich allerdings nicht sofort zeigen. Gerade Monaco gilt als Sonderfall im Kalender. Motorleistung spielt auf dem engen Stadtkurs traditionell eine deutlich kleinere Rolle als auf klassischen Hochgeschwindigkeitsstrecken.

Trotzdem werden die Ingenieure im Fahrerlager genau hinschauen. Spätestens beim anschließenden Rennen in Barcelona wird ein erster Trend zu erkennen sein: Bleibt Mercedes weiterhin das Maß aller Dinge oder können Ferrari, McLaren, Red Bull und Audi näher heranrücken?

Für George Russell und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli beginnt damit ein besonders spannendes Wochenende. Denn zum ersten Mal in dieser Saison steht hinter der Mercedes-Dominanz ein kleines Fragezeichen.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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