George Russell sucht nach einer Erklärung für seinen Rückstand auf Teamkollege Kimi Antonelli – und Mercedes gleich mit.
George Russell kommt einfach nicht an Teamkollege Kimi Antonelli heran. Im Training zum Belgien-GP fehlten dem Briten erneut mehr als fünf Zehntelsekunden auf die Bestzeit seines jungen Stallrivalen. Während Antonelli mit einer Runde in 1:44,361 Minuten an die Spitze raste, musste sich Russell mit Rang vier begnügen.
Bei Mercedes wächst deshalb der Verdacht, dass hinter den Leistungsschwankungen mehr steckt als nur unterschiedliche Fahrstile.
Toto Wolff: „Wir können es uns nicht erklären“
Teamchef Toto Wolff spricht offen über die Ursachenforschung. „George verliert in den Kurven zweieinhalb Zehntel, aber auch auf der Geraden. Das ist so komplex mit der Power Unit, dass wir uns nicht erklären können, wo das Defizit auf den Geraden herkommt“, erklärt der Österreicher bei Sky.

Eine mögliche Erklärung könnte der Motor sein. Wolff: „Aktuell fährt George einen älteren Motor als Kimi und es kann sein, dass es daher kommt. Das ist eine Erklärung. Wir müssen dem auf den Grund gehen.“
Den Fahrstil oder ein besseres Energiemanagement schließt der Teamchef dagegen als Ursache ausdrücklich aus. „Das glaube ich nicht. Beide haben ja komplett Zugriff auf die Daten des anderen. Da kann man nicht einfach etwas anders machen.“
Russell änderte sogar seinen Fahrstil
Auch Russell selbst wirkt inzwischen ratlos. „Wir haben in Österreich erste Anzeichen gesehen, dachten aber immer, es gäbe dafür einen Grund“, sagt der Brite. „Beim Sprint-Qualifying in Silverstone fehlten dreieinhalb Zehntel. Wir glaubten, das Problem gefunden zu haben.“
Sogar seinen Fahrstil stellte Russell um. „Ich bin in dieses Wochenende gegangen und dachte, es liegt an meinem Fahrstil. Also habe ich ihn angepasst. Aber es liegt nicht am Fahrstil. Das Team arbeitet unglaublich hart daran, herauszufinden, woran es liegt.“
„Ich kämpfe mit einer Hand auf dem Rücken“
Besonders frustrierend: In der Fahrer-WM liegt Russell nach zehn von 22 Rennen nur 25 Punkte hinter Antonelli. Trotzdem fühlt sich der Mercedes-Pilot derzeit nicht in der Lage, seinem Teamkollegen auf Augenhöhe zu begegnen.

„Es ist eine unglaubliche Herausforderung, gegen einen Teamkollegen anzutreten, der im Moment großartige Arbeit leistet“, räumt Russell ein. „Ich bin überzeugt, dass ich ihn in einem fairen Duell schlagen könnte. Aber wenn man das Gefühl hat, mit einer Hand auf dem Rücken zu kämpfen, ist das eine ganz andere Herausforderung.“
Für das Rennen bleibt ihm vorerst nur Hoffnung. „Ich werde versuchen, den Schmerz dieses Problems morgen zu ertragen. Vor allem hoffe ich, dass wir bis zum nächsten Wochenende eine Lösung finden.“
FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!