Max Verstappen startet beim Belgien-GP zwar aus der ersten Reihe, an einen Sieg glaubt der Weltmeister aber nicht – trotz Windschatten-Trick im Qualifying.
Max Verstappen hat im Qualifying zum Belgien-GP einmal mehr das Maximum aus seinem Red Bull herausgeholt. Mehr als Startplatz zwei hinter Mercedes-Star Kimi Antonelli war für den viermaligen Weltmeister aber nicht drin. Nach der Zeitenjagd spricht der Niederländer ungewöhnlich offen über den Rückstand seines Teams.
„Uns fehlen im Qualifying drei Zehntel mit einem massiven Windschatten. Das sind realistisch dann sechs Zehntel, die fehlen. Da gibt es keinen Kampf“, bilanziert Verstappen.
Verstappen sieht zwei große Probleme
Vor allem auf den langen Geraden von Spa-Francorchamps stößt Red Bull derzeit an seine Grenzen. „Leider sind wir auf den Geraden ein kleines bisschen zu langsam. Das liegt sicher zum Teil an der Leistung, vielleicht auch ein bisschen am Luftwiderstand“, erklärt Verstappen.
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In den Kurven sieht der Niederländer dagegen Fortschritte. „Das Auto war meiner Meinung nach das ganze Wochenende über ganz ordentlich. Wir kämpfen zwar noch etwas mit der Balance, insgesamt war ich aber ziemlich zufrieden.“
Windschatten-Trick hilft nicht
Um den Rückstand zumindest etwas zu verkleinern, setzte Red Bull im entscheidenden Qualifying-Abschnitt auf eine bewährte Taktik. Teamkollege Isack Hadjar, der wegen seiner Gridstrafe ohnehin weit hinten startet, verschaffte Verstappen Windschatten.
Dabei raste das Duo quasi Stoßstange an Stoßstange durch Blanchimont. „Es war nah, aber nicht zu nah. Ich habe Isack voll vertraut, sonst hätte ich ihn einfach angeschoben“, scherzte Verstappen anschließend.

Für die Pole Position reichte das Manöver trotzdem nicht. Antonelli war mehr als drei Zehntelsekunden schneller. Dabei zeigt sich auch, wie kompliziert die neuen 2026er-Autos inzwischen geworden sind. Selbst eine klassische Windschatten-Taktik ist kaum noch planbar.
„Das Schwierige ist, zu verstehen oder zu erahnen, was der Motor dir geben wird“, erklärt Hadjar. Wegen des komplexen Energiemanagements habe die Software unterschiedlich reagiert. „Beim ersten Versuch hatte ich viel zu viel Leistung, sodass ich Max davongefahren bin. Beim zweiten Versuch hatte ich dann nicht genug Leistung, sodass er mich wieder eingeholt hat und ich ihn nicht die ganze Runde im Windschatten halten konnte. Das war sehr schwer einzuschätzen.“
Red Bull-Teamchef setzt auf den Reifenverschleiß
Trotz des Rückstands gibt sich Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies optimistisch. „Die Leistung an diesem Wochenende war stärker und besser als in Silverstone. Ein bisschen so wie in Österreich, wo wir um den Sieg mitkämpfen konnten. Ganz so weit sind wir aber noch nicht“, sagt der Franzose.

Im Rennen soll dennoch mehr möglich sein. „Im Vergleich zu Kimi und Mercedes fehlt uns zwar Straightline-Speed, aber es wird ein Rennen mit relativ hohem Reifenverschleiß. Das macht alles unvorhersehbar. Fünf oder sechs Autos kämpfen um das Podium – und wir gehören zu dieser Gruppe.“
Verstappen dämpft die Erwartungen
Der Weltmeister selbst bleibt dagegen vorsichtig. Während Pole-Setter Antonelli Verstappen als größten Herausforderer erwartet, glaubt der Red-Bull-Pilot nicht an ein Duell um den Sieg.
„Ich werde morgen wohl eher in den Rückspiegel schauen müssen als nach vorne“, sagt Verstappen. „Hier ist es mit den Reifen und den langen Stints immer schwierig. Ich werde einfach mein Bestes geben und sehen, ob wir mithalten können oder nicht.“
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