Mercedes muss in Spielberg überraschend ein erst kürzlich eingeführtes Aero-Update wieder abbauen. Nach einer Beschwerde von Ferrari änderte die FIA ihre Regelauslegung.
Ärger für Mercedes vor dem Österreich-GP! Die Silberpfeile müssen ein erst vor zwei Rennen eingeführtes Update wieder vom Auto entfernen. Auslöser ist ausgerechnet Rivale Ferrari.
Vor dem Rennwochenende in Spielberg mussten sowohl Mercedes als auch die Racing Bulls ihre Diffusoren zurückbauen. Die FIA hatte ihre Einschätzung zu einer umstrittenen Konstruktion geändert – nach einer Intervention von Ferrari.
Ferrari beschwert sich bei der FIA
Seit dem Kanada-GP setzte Mercedes kleine zusätzliche Leitbleche am Diffusor ein. Die unscheinbaren Anbauteile befanden sich zwar außerhalb des eigentlichen Diffusor-Bereichs, waren nach Ansicht der Ingenieure aber durch eine clevere Interpretation des Reglements zulässig.
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Mercedes argumentierte, dass es sich lediglich um Erweiterungen bestehender Streben an der Hinterkante des Diffusors handle. Solche Streben sind grundsätzlich erlaubt, um die Struktur zu stabilisieren.
Auch die Racing Bulls nutzten eine ähnliche Lösung.
FIA ändert plötzlich ihre Meinung
Das Problem: Ferrari hatte offenbar eine vergleichbare Konstruktion geplant, von der FIA aber keine Freigabe erhalten. Die Italiener legten deshalb Beschwerde ein.
Daraufhin überprüfte der Weltverband die Konstruktion erneut und veröffentlichte nach dem Spanien-GP eine Klarstellung zum Reglement.

Die neue Auslegung verbietet es künftig, zwei verschiedene Regel-Ausnahmen miteinander zu kombinieren. Konkret dürfen strukturelle Hilfselemente nicht gleichzeitig als aerodynamisch wirksame Verkleidung genutzt werden.
Für Mercedes bedeutete das: Das Update musste bereits vor dem Österreich-GP wieder verschwinden.
Mercedes: „Das gehört zum Spiel“
Mercedes-Vize-Teamchef Bradley Lord bestätigte in Spielberg den Rückbau.
„Die FIA hat die gesamte Geometrie gründlich überprüft, bevor das Auto in Montreal auf die Strecke kam. Seitdem haben sie offensichtlich einige Gespräche geführt und ihre Sichtweise leicht angepasst“, erklärte Lord.
Die Silberpfeile hätten daraufhin kurzfristig eine modifizierte Lösung entwickelt.

Große Auswirkungen auf die Performance erwartet Mercedes nach eigenen Angaben allerdings nicht.
„Wahrscheinlich wurde mehr Energie in die Berichterstattung gesteckt als in die eigentliche Anpassung“, sagte Lord.
Ganz ohne Folgen bleibt es aber nicht
Komplett folgenlos bleibt die Entscheidung allerdings nicht. Denn auch kleine Aero-Details können in der Formel 1 entscheidend sein.
„Die Formel 1 ist eine Welt der marginalen Verbesserungen. Jedes kleine Detail zählt“, räumte Lord ein.
Wie stark Mercedes der erzwungene Rückschritt tatsächlich trifft, dürfte sich spätestens im Qualifying auf dem Red Bull Ring zeigen.
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