Max Verstappen kassiert beim Formel-1-Rennen in Miami eine Strafe: Stunden später und ohne Folgen.
Kurioses Nachspiel beim Grand Prix von Miami: Max Verstappen kassiert eine Strafe – aber erst Stunden nach dem Rennen! Der Regelverstoß ist eindeutig, die Entscheidung lässt trotzdem auf sich warten. Und das Verrückte: Am Ende bringt die Strafe sportlich überhaupt nichts.
Schon die Anfangsphase läuft für Verstappen alles andere als nach Plan. Vom zweiten Startplatz aus erwischt er keinen guten Start, dreht sich sogar und fällt direkt weit zurück.
Verstappen mit aggressiver Strategie
Statt um den Sieg zu kämpfen, steckt der Red-Bull-Pilot plötzlich im Verkehr fest. Nach wenigen Runden liegt er nur noch im hinteren Top-10-Bereich.
Als dann früh das Safety Car auf die Strecke kommt, reagiert Red Bull sofort: Verstappen wird zum Boxenstopp hereingeholt. Die Strategie ist klar – mit einem aggressiven Undercut will man verlorene Positionen zurückholen.
Beim Rausfahren aus der Box wird es hektisch. Verstappen gibt Vollgas, um sich noch vor Lance Stroll auf die Strecke einzuordnen.
Doch dabei geht er zu weit: Am Ende der Boxenausfahrt zieht er nach links und überfährt die weiße Linie – ein klassischer Regelverstoß. Die Vorschrift ist eindeutig: Diese Linie darf nicht überfahren werden.
Die Rennleitung registriert den Vorfall sofort. Alles deutet auf eine schnelle Strafe hin. Doch genau die bleibt zunächst aus.
Warum die Entscheidung so lange dauert
Was folgt, ist eines der kuriosesten Steward-Verfahren der Saison. Obwohl der Vorfall früh im Rennen passiert, fällt die Entscheidung erst viereinhalb Stunden später. Der Grund: fehlendes eindeutiges Bildmaterial während des Rennens.
Gerade bei solchen Grenzfällen kommt es auf Zentimeter an. Die übliche Onboard-Kamera liefert oft keine klare Perspektive darauf, ob ein Reifen wirklich vollständig über der Linie war.

So auch in diesem Fall. Erst nach dem Rennen können die Stewards zusätzliche Aufnahmen auswerten; darunter weitere Onboard-Winkel, die während der Live-Übertragung nicht zur Verfügung stehen.
Auf diesen Bildern ist der Verstoß dann eindeutig zu erkennen: Verstappens linker Vorderreifen ist klar über der Linie.
Fünf Sekunden Strafe – ohne Wirkung
Die Konsequenz folgt schließlich verspätet: fünf Sekunden Zeitstrafe für Verstappen. Doch sportlich verpufft diese komplett.
Hintergrund: Eigentlich hätte ihn die Strafe eine Position gekostet – statt Platz fünf also P6.. Doch dann kommt Charles Leclerc ins Spiel: Der Ferrari-Pilot erlebt selbst ein dramatisches Finale, dreht sich in der letzten Runde und kassiert anschließend eine 20-Sekunden-Strafe.

Dadurch fällt Leclerc hinter Verstappen zurück, trotz dessen eigener Strafe. Glück im Unglück für Verstappen also. Für die Formel 1 bleibt die Frage, warum selbst so eindeutige Situationen erst Stunden später entschieden werden.
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