Audi bringt in Bahrain ein radikal umgebautes Auto an den Start – und erlebt einen Testtag mit Licht und Schatten.
Audi macht ernst. Beim offiziellen Formel-1-Wintertest in Bahrain rollt der R26 plötzlich in einer Version aus der Garage, die mit dem Barcelona-Shakedown nur noch wenig gemein hat. Die Botschaft ist klar: Der Neueinsteiger entwickelt aggressiv.
Noch im Januar setzte das erste Formel-1-Auto der Ingolstädter auf ein vergleichsweise konventionelles Seitenkasten-Konzept mit großen, waagerechten Lufteinlässen und klassischer Linienführung. In Sakhir präsentiert sich der R26 nun deutlich schärfer geschnitten. Die Lufteinlässe stehen senkrecht, die vorderen Öffnungen sind spürbar geschrumpft, die Seitenkästen fallen extrem ein. Die ausgeprägte Taille lässt das Auto optisch schlanker wirken und aerodynamisch kompromissloser.
Audi mit aggressivem Seitenkasten-Design
Besonders ins Auge sticht die freiliegende seitliche Crashstruktur. Dieses Detail kennt man in ähnlicher Form bereits vom Alpine, doch bei Audi wirkt die Lösung wie ein bewusster Schritt in Richtung maximaler Strömungseffizienz. Hinzu kommt eine gewölbte Oberfläche auf den Seitenkästen. Während die erste Version noch glatt daherkam, formt die neue Spezifikation eine Art Kanal zwischen Seitenkasten und Motorhaube. Die Luft wird so gezielter nach hinten geführt , also dorthin, wo Diffusor und Heckflügel über Performance entscheiden.

Der sportliche Auftakt allerdings verlief holprig. Während Lando Norris im McLaren mit einer 1:34,669 Minuten auf C2-Reifen die Tagesbestzeit setzte und Weltmeister Max Verstappen im Red Bull knapp hinter sich ließ, musste Audi zwischendurch einen kleinen Rückschlag verkraften. Nico Hülkenberg rollte mit einem technischen Problem aus und verursachte eine kurze rote Flagge. Immerhin: Nach 23 Minuten war der R26 wieder unterwegs. Kein Drama.
Norris Tagesschnellster in Bahrain
Auch andere Teams kämpften mit Schwierigkeiten. Mercedes verlor mit Kimi Antonelli wegen eines Aufhängungsproblems fast den gesamten Nachmittag, Aston Martin sammelte nach Motor-Untersuchungen nur wenige Runden. Audi reihte sich mit Rang neun für Hülkenberg und Platz 15 für Gabriel Bortoleto zwar noch nicht ganz vorne ein, doch nach dem radikalen Umbau stand ohnehin etwas anderes im Fokus: Kernen und Kilometer machen.
Die erste Testwoche in Bahrain läuft vom 11. bis 13. Februar. Drei Tage, in denen noch viel verborgen bleibt – aber eines ist jetzt schon deutlich zu erkennen: Audi wartet nicht ab. Audi greift an.
Formel 1 Testfahrten in Bahrain – Ergebnis Tag 1
| P. | Fahrer | Team | Zeit | Rückstand | Reifen | Runden |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Lando Norris | McLaren | 1:34.669 | – | C2 | 58 |
| 2 | Max Verstappen | Red Bull Racing | 1:34.798 | 0.129 | C3 | 136 |
| 3 | Charles Leclerc | Ferrari | 1:35.190 | 0.521 | C3 | 80 |
| 4 | Esteban Ocon | Haas F1 Team | 1:35.578 | 0.909 | C3 | 115 |
| 5 | Oscar Piastri | McLaren | 1:35.602 | 0.933 | C3 | 54 |
| 6 | George Russell | Mercedes | 1:36.108 | 1.439 | C3 | 56 |
| 7 | Lewis Hamilton | Ferrari | 1:36.433 | 1.764 | C3 | 52 |
| 8 | Pierre Gasly | Alpine | 1:36.765 | 2.096 | C3 | 49 |
| 9 | Nico Hülkenberg | Audi | 1:36.861 | 2.192 | C3 | 73 |
| 10 | Alexander Albon | Williams | 1:37.437 | 2.768 | C3 | 68 |
| 11 | Kimi Antonelli | Mercedes | 1:37.629 | 2.960 | C1 | 30 |
| 12 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | 1:37.945 | 3.276 | C3 | 75 |
| 13 | Carlos Sainz | Williams | 1:38.221 | 3.552 | C3 | 77 |
| 14 | Sergio Perez | Cadillac | 1:38.828 | 4.159 | C2 | 58 |
| 15 | Gabriel Bortoleto | Audi | 1:38.871 | 4.202 | C2 | 49 |
| 16 | Valtteri Bottas | Cadillac | 1:39.150 | 4.481 | C1 | 49 |
| 17 | Lance Stroll | Aston Martin | 1:39.883 | 5.214 | C2 | 36 |
| 18 | Franco Colapinto | Alpine | 1:40.330 | 5.661 | C2 | 28 |
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