Max Verstappen erlebt mit Red Bull den nächsten schweren Rückschlag. Der Weltmeister ist frustriert. Was bedeutet das für seine Zukunft?
Es ist ein Bild mit Symbolkraft.
Max Verstappen steckt nach seinem Dreher beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone im Kiesbett, schimpft am Funk über sein Auto und befördert das Lenkrad frustriert aus dem Cockpit.
Der Niederländer ist bedient. Aus gutem Grund.
Schon beim letzten Rennen in Österreich hatte der viermalige Champion einen ähnlichen Schreckmoment erlebt, als er im Qualifying in die Bande rutschte. Jetzt versagt beim Anbremsen auf die superschnelle Stowe-Kurve erneut der Rückstellmechanismus des Heckflügels.
Verstappen-Crash erinnert an Schumacher-Beinbruch
Zur Erinnerung: Genau an dieser Stelle brach sich Michael Schumacher 1999 das Bein, nachdem an seinem Ferrari die Bremse versagte.
Gut möglich, dass Verstappen diese Bilder im Kopf hatte, als er später warnte: „In diesem Moment ist es super gefährlich, weil man sich wirklich verletzen kann. Zweimal hatte ich Glück – in Österreich und hier. Deshalb hat man irgendwann genug davon.“

Die Botschaft ist klar. Und sie ist bei Red Bull angekommen.
Teamchef Laurent Mekies übernimmt anschließend öffentlich die Verantwortung: „Wir entschuldigen uns bei ihm. Es war eindeutig irgendein Problem am Heck und er hatte keine Chance.“
Red Bull kämpft um Verstappen
Diese Aussage kommt nicht zufällig. Red Bull weiß: Die Geduld des Niederländers ist nicht endlos.
Verstappen hat in den vergangenen Jahren vier WM-Titel gewonnen und das Team geprägt wie kein anderer Fahrer seit Sebastian Vettel. Doch 2026 droht bereits die zweite Saison in Folge ohne Titel. Nach Silverstone liegt er nur noch auf WM-Rang sieben.
Damit rückt automatisch seine Zukunft wieder in den Mittelpunkt. Grund: In Verstappens Vertrag existiert eine Ausstiegsklausel, die ihm einen Abschied vor Vertragsende 2028 ermöglichen kann. Ein Platz außerhalb der Top drei in der Fahrer-WM gilt dabei als entscheidender Faktor.

Genau dieses Szenario wird jetzt immer realistischer.
Im Fahrerlager wird deshalb längst diskutiert, ob Verstappen seine Zukunft wirklich weiter beim Team des österreichischen Energy-Drink-Giganten sieht. Nicht nur, weil mögliche Alternativen wie der amtierende Konstrukteursweltmeister McLaren sportlich interessant werden könnten – sondern vor allem, weil das Vertrauen ins eigene Projekt Risse bekommt. Große Risse.
Ein Warnsignal: Bereits nach dem Qualifying beschwerte sich Verstappen über Probleme, die Teamkollege Isack Hadjar im Schwesterauto nicht hatte. Der zweifelnde Blick auf die andere Seite der Garage ist in der Formel 1 häufig ein schlechtes Zeichen – und manchmal der Anfang vom Ende.
Dazu kommt: Red Bull hört nicht mehr auf seinen Führungsfahrer. Der Ex-Weltmeister wollte vor dem Rennen seinen Antrieb tauschen und aus der Boxengasse starten. Doch daraus wurde nichts. Grund: „Da müssen Sie das Team fragen.“
Verstappen-Clan ist alarmiert
Verstappens Umfeld beobachtet die Entwicklung genau. Vater Jos war in Silverstone vor Ort, blockte Interviewwünsche aber ab. Ein weiteres Indiz für die angespannte Stimmung rund um Red Bull – schon vor dem Unfall. Danach – so heißt es – sei Verstappen selbst so sauer gewesen wie selten zuvor in seiner Karriere.

Den schwierigsten Job hat jetzt Laurent Mekies. Er muss nicht nur den RB22 schneller und zuverlässiger machen; er muss auch das Vertrauen seines wichtigsten Fahrers zurückgewinnen.
Mekies kommt Verstappen deshalb öffentlich entgegen: „Max hat schon recht. Die Fahrbarkeit war seit Anfang der Saison ein begrenzender Faktor.“
Immerhin sieht der Franzose Fortschritte. In Silverstone sei die Rennpace besser gewesen als zuvor: „Nicht gut genug, um zu gewinnen, aber es hätte gereicht, um um Platz drei mitzukämpfen.“
Bleibt die entscheidende Frage: Reicht Verstappen der Kampf um Platz drei auf Dauer?
Sein Manager Raymond Vermeulen brachte die Erwartungshaltung des Weltmeisters schon in Spielberg auf den Punkt: „Ein Max Verstappen ist nicht geboren, um im Mittelfeld zu fahren.“
Das sagt eigentlich alles.
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