Formel 1

Übergewicht? Williams-Teamchef wehrt sich gegen Gerüchte

James Vowles, Credit: Williams
James Vowles, Credit: Williams
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Kein Shakedown, kein Übergewicht: Warum Williams den ersten Test der Formel-1-Saison 2026 auslässt – und was Teamchef James Vowles zur Situation sagt.

Während fast alle Formel-1-Teams in dieser Woche beim inoffiziellen Shakedown in Barcelona auf die Strecke gehen, bleibt es bei Williams still – zumindest auf dem Asphalt. Doch dafür sorgt Teamchef James Vowles abseits der Strecke für Aufklärung: Er hat nun offen dargelegt, warum das britische Traditionsteam beim Test fehlt und warum die Gerüchte um ein übergewichtiges Auto nicht stimmen.

Williams: Keine Crashtest-Panne, kein Kiloschock

Vowles räumt ein, dass es beim FW48 zu Verzögerungen im Produktionsprozess kam, die Crashtests habe man jedoch bestanden, und auch das Gerücht um ein besonders schweres Chassis dementiert er klar: „Es gibt derzeit keine Kenntnis über das Gewicht, weil das Auto noch nicht in finaler Konfiguration gewogen wurde. Was man hört, ist eben nur Gemurmel“, so der Brite.

Seine Erklärung fürs Dilemma: „Das Auto, das wir dieses Jahr gebaut haben, ist etwa dreimal komplexer als alles, was wir zuvor durch unseren Betrieb geschleust haben“, so der Brite. Man habe sich bei Design und Komponenten an die Grenzen des Machbaren gewagt. Vowles: „Wir haben einfach mehr gewollt, als unser System in dieser Zeit stemmen konnte.“

Lieber kein Test – als ohne Ersatzteile

Williams hätte laut Vowles theoretisch am Test teilnehmen können – doch er habe sich bewusst dagegen entschieden. Der Grund: Die Sorge, im Fall eines Schadens nicht genug Ersatzteile für den Saisonstart zu haben.

„Wir hätten fahren können“, sagt er, „aber es war strategisch sinnvoller, das Risiko zu minimieren, statt auf nasser, kalter Strecke ohne Punkteausbeute zu testen.“ Der Fokus liege klar auf Bahrain – dort soll das Auto konkurrenzfähig und komplett sein.

Die ersten Runden für Williams wird es also erst in der Wüste geben. Bis dahin bleibt vieles offen, auch das genaue Gewicht des FW48. Doch Vowles gibt sich optimistisch, dass Williams rechtzeitig bereit ist –  mit einem Auto, das trotz Rückstand wettbewerbsfähig sein soll.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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