Mick Schumacher vor dem größten Rennen seines US-Abenteuers.Der Deutsche erklärt, warum ihm ausgerechnet die Formel 1 beim Indy 500 hilft.
Für Mick Schumacher wird es ernst: Am Sonntag startet der Deutsche erstmals beim legendären Indy 500 in Indianapolis – dem berühmtesten und gefährlichsten Ovalrennen der Welt. Geschwindigkeiten von fast 390 km/h, Betonmauern ohne Auslaufzonen und taktisches Chaos machen das Rennen zum ultimativen Härtetest.
Und ausgerechnet jetzt hilft Schumacher offenbar eine Fähigkeit, die er aus seiner Zeit in der Formel 1 und der Langstrecken-WM kennt: möglichst sanft fahren.
„Alle Inputs müssen sanft sein“, erklärt Schumacher vor dem 500-Meilen-Klassiker. Genau dieser europäische Fahrstil komme ihm in Indianapolis entgegen. Denn auf dem superschnellen Oval bestrafen die Firestone-Reifen jede hektische Lenkbewegung sofort – ähnlich wie früher die empfindlichen Formel-1-Reifen.
Formel-1-Lehre für Mick Schumacher plötzlich Gold wert
Während in vielen IndyCar-Rennen aggressives Anbremsen und wildes Kurvenfahren funktionieren, gilt in Indianapolis das Gegenteil. Die Autos fahren mit extrem flachen Flügeln und meist Vollgas durch die überhöhten Kurven. Jeder kleine Quersteher kann nicht nur Zeit kosten, sondern direkt im Unfall enden.

Genau deshalb sieht Schumacher plötzlich Parallelen zur Formel 1 und zur WEC. Reifenmanagement, sanfte Gasbefehle und präzise Inputs werden auf dem Oval plötzlich zur Überlebensstrategie.
Qualifying lief nicht nach Plan
Perfekt verlief die Vorbereitung allerdings nicht. Im Qualifying landete Schumacher nur auf Startplatz 27 von 33 Fahrern. Sein Team Rahal Letterman Lanigan hatte am Auto offenbar etwas zu viel Abtrieb gewählt. Trotzdem bleibt im Indy 500 traditionell viel Spielraum nach vorne – auch weil Überholen in Indianapolis deutlich einfacher ist als in der Formel 1.
Schumacher beschreibt das Indy 500 als extremes Strategiespiel. Wer permanent attackiert, verliert oft am Ende. Windschatten, Benzinverbrauch und der richtige Zeitpunkt für Überholmanöver entscheiden über Sieg oder Niederlage.
„Man will eigentlich gar nicht vorne fahren – erst ganz zum Schluss“, sagt Schumacher. Der Grund: Wer führt, verbraucht mehr Sprit. Gleichzeitig können Safety-Car-Phasen die komplette Strategie plötzlich auf den Kopf stellen. Acht oder mehr Boxenstopps sind beim Indy 500 keine Seltenheit.
Für Schumacher ist Indianapolis trotzdem komplettes Neuland. Zwar fuhr er bereits ein kürzeres Ovalrennen in Phoenix, doch Indianapolis ist eine völlig andere Dimension. Die Kombination aus Dauer-Vollgas, Windschattenkämpfen und Zentimeterarbeit entlang der Betonmauern gilt selbst unter IndyCar-Piloten als Ausnahmezustand.
Und genau dort will Mick Schumacher jetzt beweisen, dass seine Formel-1-Vergangenheit ihm helfen kann.
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